Gute Gespräche über schlechten Witz

Leimenkaute-Planung verspricht Zündstoff

Egelsbach - Der Bauausschuss eröffnet heute (Rathaus, 20 Uhr) die zweite Sitzungsrunde des neugewählten Parlaments, die in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 14. Juli, gipfelt. Für das meiste „Spektakel“ heute Abend sorgen dürfte der Bebauungsplan Leimenkaute. Von Holger Borchard 

Sowohl die Grünen als auch die Linke erwarten per Antrag grundsätzlich Erhellendes zum bisherigen Vorgehen bei der Aufstellung des Bebauungsplans. Vor allem aber fordern sie Rechenschaft über den Umgang mit Gartenbesitzern entlang der Karl-Nahrgang-Straße. Jene nämlich fielen beim Blick in die Planungsunterlagen aus allen Wolken, sind ihre Grundstücke darin doch als Ausgleichsflächen für den Naturschutz ausgewiesen. „Landnahme durch die Hintertür?“ fragte unsere Zeitung vor zwei Wochen – und seither ist allerhand passiert. Den Auftakt machten Gespräche zwischen Verwaltung und Grundeigentümern unter Einbeziehung des von der Gemeinde beauftragten Projektentwicklers TerraMag. Seit gestern nun finden Vor-Ort-Begehungen in den betroffenen Gärten statt, die sich über die ganze Woche hinziehen. „Meiner ist am Mittwoch dran“, sagt Rechtsanwalt Matthias Mann, der die hellwachen und für den Fall der Fälle klagewilligen Anwohner vertritt.

Bei der Interpretation von Status quo und Gehalt der bisherigen Gespräche scheint vorerst jedenfalls „selektive Wahrnehmung“ vorzuherrschen. Während Bürgermeister Sieling von „guten Gesprächen“ berichtet und „froh ist, dass das Ganze raus aus dem politischen Raum ist“, redet Rechtsanwalt Mann Tacheles: „Egal, was Sieling sagt – sein Bauamtsleiter klingt ungleich aggressiver und aufmunitionierter. Wir befürchten, dass bei den Einzelgesprächen in den Gärten weiterer Druck aufgebaut werden soll.“ Zudem sei die auf Nachfrage vorgelegte Kartierungsgrundlage ein schlechter Witz. „Wenn das wahrhaftig die Basis der Planung ist, wäre das ein Skandal“, betont Mann und baut seinerseits Druck auf: „Wenn wir Normenkontrollklage gegen diesen Bebauungsplan erheben, verlieren Gemeinde und TerraMag viel. Dann wird in der Leimenkaute garantiert nicht vor 2020 auch nur eine Baugrube ausgehoben.“

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