Fantasie zum Leben erwecken 

Mitglieder des Kunstvereins lassen sich über Schulter schauen

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Wie entsteht ein Ölgemälde? Astrid Napp demonstriert es an ihrem expressionistisch wirkendem Kunstwerk. Nicht nur Kostadin Poleganov, Anneliese Mischlau-Rühl und Edgar Weber schauten ihr dabei im Hof der Kulturscheuer über die Schulter.

Egelsbach - Einmal im Jahr können Besucher hautnah dabei sein, wenn in der Heckenwirtschaft Im Scheunenhof Kunstwerke entstehen. Beim offenen Atelier zeigen Mitglieder des Egelsbacher Kunstvereins unter freiem Himmel ihre Fertigkeiten in Malerei und Skulptur.

Auf der schwarzen Tafel auf dem Gehweg vor der Heckenwirtschaft Im Scheunenhof ist mit kunstvoller Handschrift „offen!“ zu lesen. Der Kunstverein Egelsbach hatte am Sonntagnachmittag zum offenen Atelier im lauschigen Hof des ehemaligen bäuerlichen Anwesens geladen, das Rüdiger Luchmann zum Ort für Kunstevents umgebaut hat. „Wir wollten den Künstlern die Möglichkeit geben, sich in diesem schönen Ambiente über die Schulter schauen zu lassen“, sagt der Vorsitzende Kostadin Poleganov über die bereits dritte Ausgabe, zu der Heckenwirt Luchmann wie gewohnt Köstlichkeiten servierte.

Im Schatten des Walnussbaums haben Astrid Napp und Ute Kaus-Bäuml ihr „Atelier“ aufgebaut. Auf der kleinen Staffelei, die sie auf dem Tisch platziert haben, zeigen beide wie ein Ölgemälde entsteht. „Dabei muss man sich am besten vorher Gedanken machen, was man malen will und die Farben entsprechend auftragen – wieder etwas abkratzen oder übermalen wäre Pfusch“, so Astrid Napp. Sie hat sich für ein figürlich-expressionistisches Motiv entschieden. „Man soll sofort erkennen, was da zu sehen ist, aber halt nicht fotografisch genau“, so lautet ihre Devise.

Ziemlich genau geht es dafür bei Edgar Weber zu, er malt im Stil der alten Meister und hat sich insbesondere Carl Spitzweg zum Vorbild genommen. „Ich finde seine Motive und seinen Stil in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich“, so Weber. Neben den Motiven, die oft von verstecktem Humor zeugen und zum Schmunzeln anregen, verstand Spitzweg es, durch seine besondere Technik zu beeindrucken. „Ich habe schon einige Anläufe gebraucht, damit meine Gemälde etwas von dem Besonderen von Spitzweg ergeben“, gesteht Weber.

Karin Rust arbeitet hingegen mit Pappmaschee. „Ich erwecke meine Fantasie zum Leben“, sagt die Künstlerin schmunzelnd. Rust fertigt nicht nur „königliche Hoheiten“, Prinzessinnen und Feen, sondern auch witzige Fantasiefiguren. „Ich habe eine neue Herausforderung gesucht, um mich künstlerisch zu betätigen – da bin ich auf Pappmaschee gekommen“, sagt die Langenerin. Mit diesem Material könne sie ihre Figurenträume verwirklichen. (lfp)

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