Jagd auf Krähen

Nächtliche Schüsse verunsichern Anwohner in Egelsbach 

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Egelsbach - Schüsse heute am frühen Morgen im Egelsbacher Feld: Viele Anwohner schreckten zwischen 4 und 5 Uhr morgens aus dem Schlaf. In der aktuell von Anschlägen geprägten Zeit beschlich einige ein mulmiges Gefühl. Von Cora Werwitzke

„Zumal auch irgendwo noch ein Martinshorn zu hören war“, meldet eine Anruferin heute Mittag am Redaktionstelefon. Allerdings handelte es sich lediglich um eine Krähenjagd. Bürgermeister Jürgen Sieling weiß heute ebenfalls von Anrufen besorgter Anwohner im Rathaus zu berichten. Die Aktion sei unter Regie der für die Egelsbacher Umgebung verantwortlichen Jagdpächter gelaufen. „Das hat mit uns als Gemeinde nichts zu tun“, klärt er über die Zuständigkeiten auf. Gleichwohl hat sich Sieling informiert, was es mit der Krähenjagd auf sich hatte: „Im Moment sind auf den Feldern ringsherum teils Hunderte von Rabenkrähen zugange. Sie gelten als aggressiv und gefährden in dieser Menge den Betrieb auf dem Flugplatz.“ Außerdem sind die Landwirte im Moment drauf und dran, ihre Felder zu mähen. Dabei komme es vor, dass sich Wildschweine oder Rehe im hohen Getreide versteckt halten. Deshalb galt die konzertierte Aktion am frühen Montagmorgen Sielings Worten zufolge auch der Vertreibung von Wild.

Der eine oder andere Anwohner fragt sich nun, ob die Jagd denn zu nächtlicher Schlafenszeit sein muss. Das liegt laut Sieling allerdings auf der Hand: „Es muss ja sichergestellt sein, dass in dem bejagten Gebiet keine Fußgänger unterwegs sind.“ Tagsüber herrsche viel zu viel Betrieb. Selbst der Bürgermeister hat die Schüsse übrigens gehört. „Und ich kann verstehen, dass sie Unsicherheit hervorgerufen haben.“ Die Polizei und die Landwirte seien im Vorfeld über die Jagd informiert gewesen. Bei den zuständigen Jagdpächtern hat Sieling nun darüber hinaus angeregt, auch die Gemeinde zu benachrichtigen, damit sie diese Information über moderne Medien streuen kann. „Oft ist die Jagd wetterabhängig und deshalb schwer planbar“, gibt Sieling zu bedenken. „Aber das Anliegen der Bürger ist bei uns angekommen: Wir werden versuchen, uns künftig als Informationsvermittler dazwischen zu schalten.“

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