Kantategottesdienst und Jahresempfang des Evangelischen Dekanats Dreieich / Flüchtlings-Thema im Fokus

„Nicht von Ängsten leiten lassen“

EGELSBACH - Es war ein besonderer Tag im Jahresplan des evangelischen Dekanats Dreieich: Dem großen Kantategottesdienst in der Egelsbacher Kirche am Sonntag schloss sich der Jahresempfang an.

Den Kantategottesdienst gestalteten rund 70 Musiker und Sänger aus den Gemeinden des Dekanats; auf dem Foto dirigiert Carola Röder.

„Wo wird heute noch gesungen?“, fragt Stefan Claaß zu Beginn seiner Predigt im zentralen Festgottesdienst. „Unter der Dusche und im Auto, im Stadion, auf jeden Fall auch in der Kirche“, fährt der Professor für Homiletik (Predigtlehre) und Liturgik (Gottesdienstgestaltung) am Theologischen Seminar Herborn fort. Daher trage der vierte Sonntag nach Ostern auch seinen Namen: „Kantate! – Singet!“ Zum Ausdruck gebracht werden soll die Freude über die Auferstehung. Die zahlreichen Besucher genießen einen musikalisch besonders gestalteten Gottesdienst, der rund 70 Musiker und Sänger aus den Gemeinden des Dekanats unter Leitung der drei Kantorinnen Claudia von Savigny, Elvira Schwarz und Gabriele Urbanski sowie der nebenamtlichen Kirchenmusiker Carola Röder und Björn Bock vereint. Beteiligt sind der Evangelische Posaunenchor Götzenhain unter der Leitung von Franz Fink, die evangelischen Kirchenchöre aus Egelsbach und Langen, der Johannesgemeinde Neu-Isenburg, der Burgkirchengemeinde Dreieichenhain, der Christuskirchen- und der Erasmus-Alberus-Gemeinde Sprendlingen sowie die Götzenhainer Kantorei.

Pfarrerin Rebekka Adler, Frauke Grundmann-Kleiner, Präses der Dekanatssynode, und Dekan Reinhard Zincke gestalten gemeinsam die Liturgie. Die Kollekte kommt der kirchenmusikalischen Arbeit der Landeskirche zugute. Im Rahmen des Gottesdienstes werden die Mitglieder des neuen Dekanatssynodalvorstands (DSV) offiziell in ihr Amt eingeführt. Als DSV-Vorsitzende leitet Frauke Grundmann-Kleiner auch die Dekanatssynode. Brigitte Jahn-Lennig fungiert als ihre Stellvertreterin. Den Dekan vertritt Pfarrer Jochen-M. Spengler. Thomas Bach und Pfarrer Steffen Held aus Langen verstärken seit 2016 das neunköpfige Gremium, das die laufenden Geschäfte des Dekanats führt. Holger Dechert, Dr. Michael Grevel und Pfarrerin Mechthild Dietrich-Milk werden als DSV-Mitglieder wiedergewählt.

Der neue Dekanatssynodalvorstand wurde im Gottesdienst offiziell ins Amt eingeführt. Ihm gehören an (von links): Pfarrer Jochen-M. Spengler, Dr. Michael Grevel, Pfarrer Steffen Held, Brigitte Jahn-Lennig, Thomas Bach, Pfarrerin Mechthild Dietrich-Milk, Holger Dechert, Präses Frauke Grundmann-Kleiner und Dekan Reinhard Zincke.  

Präses und Dekan würdigen beim traditionellen Jahresempfang im Anschluss an den Gottesdienst die guten Beziehungen zu den Entscheidungsträgern in den Rathäusern des Dekanats. Eine große Herausforderung sei auch weiterhin die Aufnahme und Begleitung von Flüchtlingen in der Region. Dabei dankt die Präses besonders den Kommunen, den Kirchengemeinden und dem Diakonischen Werk für die bisher geleistete Arbeit bei den Hilfen zur Integration und der menschwürdigen Unterbringung. Gleichzeitig sagt sie den Verantwortlichen der Politik nochmals die Unterstützung seitens der Kirche zu. „Ich freue mich auch über die hohe Bereitschaft innerhalb der Bevölkerung, sich ehrenamtlich zu engagieren“, schließt Grundmann-Kleiner.

Dekan Zincke verweist auf die hitzigen Debatten um die Flüchtlingspolitik, geführt zum Teil mit ausländerfeindlichen Parolen. Ungeachtet dieser häufig emotionsgesteuerten Diskussionen bleibe es gemeinsame Aufgabe von Politik und Kirche, „aufzuklären und nichts zu verschweigen, Ängste ernst zu nehmen, aber sich nicht von ihnen leiten zu lassen, Begegnungen zu schaffen, wo die Vorbehalte und Ablehnungen groß sind“. Artikel eins des Grundgesetzes („Die Würde des Menschen ist unantastbar“) finde sein Gegenüber in „der christlichen Überzeugung, dass alle Menschen Ebenbilder Gottes sind“, so der Dekan.

hob

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