Von Livemusik bis Fettexplosion

Kultfete der Feuerwehr zu Füßen des Turms

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Erst feiern, dann staunen: Während samstags die Band Mainhatten Diesel aufdrehte, lenkten die Brandschützer sonntags die Aufmerksamkeit auf teils spektakuläre Löschübungen.

Egelsbach - Das Turmfest ist in Egelsbach längst zur Kultfete gereift. Die Freiwillige Feuerwehr freut sich auch bei der 23. Ausgabe dieses Wochenende über zahlreiche Besucher im und um den Wehrhof. Von Timo Kurth

Während am Samstagabend vor allem Geselligkeit und Bierzeltstimmung im Vordergrund stehen, gibt es am Sonntag ein vielseitiges Rahmenprogramm zu erleben. Dicht besetzte Tische prägen das Bild in der Halle, in der sonst die Löschfahrzeuge der Feuerwehr auf ihren nächsten Einsatz warten. Um die Sicherheit muss auch während des Turmfests niemand bangen. „Wir haben ständig zwei Fahrzeuge parat, die im Notfall ausrücken können“, beruhigt Gemeindebrandinspektor Christian Klöppel. Nötig war das zuletzt im Vorjahr, als während der Feierlichkeiten die Piepser der Einsatzleute ansprangen. „Dann muss der Grill im Zweifel halt mal stehen gelassen werden“, so Klöppel. Für die Besucher gibt es am Samstag Livemusik auf die Ohren. Die Band Mainhatten Diesel hat mit ihrem breiten Repertoire quasi für jeden Besucher im Laufe des Abends einen eigenen Ohrwurm parat – die Auswahl reicht von Adele bis zu den Rolling Stones.

Nach einer derart regnerischen Woche ist es umso erfreulicher, dass auch das Wetter stimmt. Mittlerweile lassen sich das Fest auch etliche Besucher aus Nachbarkommunen nicht mehr entgehen. „Eine wirklich schöne Veranstaltung“, meint etwa Besucherin Gabriele Schmitt aus Neu-Isenburg, während sie an einem Cocktail an der Bar schlürft. Dass es in diesem Jahr keine Führungen auf den Feuerwehrturm geben kann, tut der Stimmung keinen Abbruch, auch wenn Besucher den Blick über ganz Egelsbach und Umgebung in den Vorjahren stets gerne schweifen ließen. Grund dafür ist eine kaputte Dachluke zum Aufgang in den Turm. „Diese Luke ist schon uralt und über die Jahre ziemlich eingerostet“, berichtet der Stadtbrandinspektor. „Kein Wunder, sie stammt aus dem Jahr der Erbauung 1966.“ Dass es mit der Reparatur nicht rechtzeitig geklappt hat, liegt auch daran, dass der Verein der Freiwilligen Feuerwehr nur Mieter des Feuerwehr-Areals ist, das wiederum der Gemeinde gehört. „Kurzfristig können wir deshalb nur kleinere Mängel selbst beheben.“

Einen alternativen Panoramablick kann man mit ein bisschen Glück bei der diesjährigen Tombola gewinnen. „Einer der Hauptgewinne ist ein Rundflug über das Rhein-Main-Gebiet mit Start am Egelsbacher Flugplatz“, verrät Lisa Meißner, die die Tombola mit Vereinsmitgliedern ausrichtet. Am Sonntag steht dann die Arbeit der Feuerwehr im Fokus. Nach einem Frühschoppen mit dem SGE-Blasorchester demonstrieren die Einsatzkräfte, wie sie auf Notfälle verschiedenster Art reagieren. Bereits die Jüngsten packen mit Präzision an: Bei einer Gefahrengutübung simuliert die Jugendfeuerwehr den Austritt giftiger Chlor-Dämpfe. Im Nu haben die zehn jugendlichen Einsatzkräfte den Notfall im Griff.

Fotos zum Turmfest der Freiwilligen Feuerwehr

Die anschließende Fettexplosion wird zum bewährten Highlight des Nachmittags. Eindrucksvoll zeigt sich, wie erschreckend schnell fettintensives Kochen zum Desaster werden kann. „Fettbrände gelten als besonders tückisch, weil Löschversuche mit Wasser eben zu solch einer Explosion führen können“, erklärt Vereins-Pressesprecher David Hormann. Durch zu hohe Temperaturen kann sich Fett selbst entzünden. Zugeführtes Wasser verdampft dann schlagartig und schleudert brennendes Fett aus dem Behälter: Es kommt zum aufleuchtenden Feuerkegel. Der naheliegende Griff zur Wasserflasche ist deshalb für Köche vor einer brennenden Pfanne der denkbar gefährlichste. „Fettbrände bekämpft man durch Ersticken – am besten allerdings mit einem Notruf bei der Feuerwehr.“

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