Vier Parteien, ein Antragsziel: Betrieb soll 2017 wieder laufen

Geld abgreifen und ins Eigenheim stecken

Egelsbach - Nachdem sie in der Sommerpause Kraft getankt haben, wollen die Gemeindevertreter nun wieder voller Energie all jene Themen abarbeiten, die den Ort bewegen und einer Lösung harren. Von Holger Borchard 

So darf beispielsweise die Zukunft des Eigenheims nicht fehlen, wenn ab kommender Woche die vorbereitenden Ausschüsse für die Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 6. Oktober, tagen. Während ein von sämtlichen Fraktionen getragener Antrag sicherstellen soll, dass die beiden Klubs, die unter der Schließung des Eigenheims leiden – Kerbgemeinschaft und Karneval-Gesellschaft – auch im kommenden Jahr Fördermittel von jeweils 7500 Euro im Veranstaltungsbudget einkalkulieren können, zielt ein weiteres, kurzfristig nach Ende der Antragsfrist eingereichtes Papier auf den Kern des Problems ab: die möglichst rasche Wiederinbetriebnahme des Eigenheims. Als den „nächsten, lange erwarteten Schritt zur Sanierung des Eigenheims“ etikettieren SPD, Wahlgemeinschaft (WGE), FDP und Die Linke ihre interfraktionelle Vorlage, die sie als Dringlichkeitsantrag zur anstehenden Sitzungsrunde einbringen. „Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die Planung des ersten Schritts zur Wiedererlangung der Betriebsgenehmigung des Eigenheims Egelsbach als Versammlungsstätte und somit zur schnellstmöglichen Wiedereröffnung“, sagt WGE-Sprecher Georg Dinca. Das Ziel: „Das Eigenheim als Versammlungsstätte soll 2017 wiedereröffnet werden.“

Den Gemeindevorstand wollen die Antragsteller beauftragen, alles Nötige zu unternehmen, um schnellstmöglich wieder die Betriebsgenehmigung für das Eigenheim zu erhalten. „Die Mängel, die laut den vorliegenden Protokollen des Kreisbauamtes der Erteilung einer erneuten Baugenehmigung mit davon abhängiger Betriebsgenehmigung entgegenstehen, sollen mit geringstmöglichen Kosten beseitigt werden“, heißt es dazu in der Vorlage.

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Wichtigste Frage: Woher kommt das nötige Kleingeld? Das soll nach Willen der Antragsteller aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) abgerufen werden. „Dieses stellt circa 360.000 Euro in Aussicht, was den Einsatz von Gemeindegeld zunächst mal überschaubar machen könnte“, erläutert Dinca. „Allerdings muss dieses Fördergeld bis 31. Dezember beantragt sein. Daher die Dringlichkeit – wir möchten diesen Antrag noch in der anstehenden Sitzungsrunde beschlossen sehen.“ Im Übrigen solle der erhoffte Investitionszuschuss durch Gemeindemittel und private Spenden aufgestockt werden, sodass unterm Strich eine halbe Million Euro für das Eigenheim zur Verfügung stehen werden. Nach wie vor beabsichtigt sei ferner die Gründung einer gemeinnützigen GmbH, eines Fördervereins etcetera zum Zweck der Beteiligung an Gebäudenutzung und -unterhaltung.

KGE-Fremdensitzung im Eigenheim

Dass CDU und Grüne nicht als Antragsteller mit im Boot sind – Letztere haben schließlich ebenfalls das Bürgerbegehren initiiert –, ist laut Dinca weder Misstönen noch taktischen Spielchen geschuldet. „Wir haben mit beiden Fraktionen vorab gesprochen und gehen durchaus in die gleiche Richtung, aber eben nicht in allen Fragen.“ Einigkeit indes hätten sämtliche Fraktionen am Mittwochabend in interfraktioneller Runde erzielt: „Im Oktober wird ein Arbeitskreis gebildet, der das weiteren Vorgehen beim Eigenheim koordinieren soll und dem je ein Parteienvertreter angehören wird“, verrät Dinca.

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