Gefahr geht von Verpackung aus

Acht Wehren üben Ernstfall bei AC Motoren im „Park 45“

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Auch die Feuerwehr aus Babenhausen – teils in Vollatemschutz für den Einsatz in der „brennenden“ Firmenhalle und den Büros – nahm an der Übung im „Park 45“ teil.

Eppertshausen - Acht Feuerwehren und das THW simulierten den Umgang mit einer Brandkatastrophe bei AC Motoren im Gewerbegebiet „Park 45“. Von Jens Dörr 

Eines der größten Firmengelände im Eppertshäuser Gewerbegebiet Park 45 wird von AC Motoren genutzt. Auf 16.000 Quadratmetern Hallen-, Büro- und Außenfläche widmet sich das Unternehmen mit seinen 70 Mitarbeitern insbesondere dem Vertrieb von Elektromotoren, die in erster Linie aus China bezogen werden. Seit AC Motoren vor wenigen Jahren aus Ober-Roden, wo man an Kapazitätsgrenzen gestoßen war, nach Eppertshausen übersiedelte, lagern ständig Werte im zweistelligen Millionenbereich auf den insgesamt 30.000 Palettenstellplätzen. Nicht auszudenken, welcher materielle Schaden – und Personenschaden sowieso – bei einem Brand vor Ort entstehen könnte.

Genau von solch einem Ereignis ging die Katastrophenschutzübung des Landkreises aus. Das Szenario sehe eine Verpuffung mit Brandfolge vor, erläuterte während der Übung Gerd Sengewald, Eppertshausens Gemeinde-Brandinspektor. Die Eppertshäuser Wehr hatte ein Heimspiel, war gemäß der Abfolge nach der Alarmierung um 8.30 Uhr nur zehn Minuten später als erste vor Ort. Zu ihr sollten sich nach und nach sieben weitere Wehren, die vorab allesamt von der Übung wussten, aus dem gesamten Landkreis gesellen.

Insgesamt 93 Personen aus acht Wehren nahmen an der Übung im Park 45 teil. Hinzu kamen zehn Kräfte des THW.

Am Anfang der Übung stand die Erkundung der Gefahrenlage durch die Eppertshäuser Einsatzkräfte. Insgesamt 18, unter ihnen auch der passionierte Feuerwehrmann und Bürgermeister Carsten Helfmann, trafen in drei Fahrzeugen am Ort des Unglücks ein. Dort war zur Übung der „Brand“ bereits ausgebrochen. „Die Motoren an sich sind nicht brandgefährdend“, sagte Sengewald. Das Risiko, dass sich die Flammen schnell ihren Weg bahnen, berge vielmehr das Verpackungsmaterial. Im Szenario der Übung war eine der beiden Hallenhälften betroffen. Berücksichtigt werden musste aber auch die Gefahr für die darüber liegenden Büroräume. Zudem ging man von sieben Vermissten, die zu evakuieren waren, aus.

Inklusive der 18 Eppertshäuser stellten sich am Samstag insgesamt 93 Wehrleute der großen Aufgabe, deren Dimension im Landkreis jährlich bei zwei Übungen erreicht wird. „Hinzu kommen zwei große Waldbrand-Übungen“, sagte Immanuel Czwalina, Mitglied der Technischen Einsatzleitung. Die saß im entsprechenden Fahrzeug zusammen mit Sengewald, der als örtlicher Brandinspektor in der Regel die Gesamtleitung des Einsatzes hat. Mitunter könne diese aber auch an den Kreisbrandinspektor übertragen werden. Eben jener, Ralph Stühling, nahm die Beobachterrolle ein.

Archivbilder

Feuerwehr und Katastrophenschutz im Einsatz 

Nicht nur vor Stühlings Augen, sondern auch vor jenen einiger Zuschauer auf den Gehsteig vor dem Firmengelände, arbeiteten die Wehren aus Eppertshausen, Münster, Babenhausen, Roßdorf, Reinheim, Modautal, Mühltal und Messel die Aufgabe mit Evakuierung und Brandangriff ruhig und konzentriert ab. Optimierungsmöglichkeiten beim Abspulen eines solchen Einsatzes wurden anschließend noch bei einer internen Sitzung besprochen. Unterstützung erhielten die Wehren auch von zehn Einsatzkräften des Technischen Hilfswerks Groß-Umstadt.

Nach der Bergung der „Opfer“, die von echten Menschen (anstelle der sonst oft ebenfalls verwendeten Puppen) dargestellt wurden, wurde bei der Übung im Park 45 allerdings auf den nächsten Schritt in der Kette, die medizinische Versorgung der Geborgenen und ihr Abtransport gen Krankenhaus, verzichtet.

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