Seminar an der Mira-Lobe-Schule

Blick stärker auf mobile Endgeräte

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Gruppenselfie mit Sabine Eder (l.) und Vera Borngässer vom Medien- und Kulturpädagogik-Verein „Blickwechsel“ beim Seminar am Montag in der Mira-Lobe-Schule.

Eppertshausen - Das „Medienkonzept“ kommt an der Mira-Lobe-Schule, Sprachschule des Landkreises, ganzjährig zum Tragen. Jetzt lernten Eltern und Schüler bei einem gemeinsamen Seminar wichtige Details im Umgang mit PC und weltweitem Netz. Von Jens Dörr 

Einen ganzen Ordner hält Viola Scheer bereit, als unser Mitarbeiter zum Ortstermin in der Mira-Lobe-Schule (MLS) erscheint. „Medienkonzept“ steht auf dem Titelblatt des 25-Seiten-Pakets, das die Lehrerin der Sprachheilschule des Landkreises Darmstadt-Dieburg dem Verfasser dieser Zeilen überreicht. Die von rund 115 Schülern besuchte Grundschule für Erst- bis Viertklässler mit besonderem Förderbedarf, die auf demselben Gelände zuhause ist wie die rund doppelt so große Stephan-Gruber-Schule, schreibt den Umgang mit Internet, Computern und zunehmend auch mobilen Endgeräten wie Handys und Tablets groß. Seit dem vergangenen Jahr trägt die MLS das Siegel „Internet-ABC-Schule“. Dahinter versteckt sich ein Projekt des Hessischen Kultusministeriums und der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und Neue Medien. Ein Teil sind dabei Schulungen und Fortbildungen von Lehrkräften. In Eppertshausen machten die Lehrerinnen Katrin Köhler und Meike Wildt 2015 den Anfang; in diesem Jahr folgten ihnen die Kolleginnen Viola Scheer und Ulrike Lüdicke.

Scheer und Lüdicke waren über drei Stunden hinweg auch mit von der Partie, als Sabine Eder und Vera Borngässer vom Medien- und Kulturpädagogik-Verein „Blickwechsel“ wie schon im Vorjahr die Schule besuchten. Sie bieten Workshops mit Schülern und ihren Eltern zu Fragen der Nutzung moderner Medien an. Nach zehn Eltern-Kind-Paaren 2015 stieg die Resonanz in diesem Jahr nochmals an: 16 Elternteile mit ihren Kindern widmeten sich unterschiedlichen Fragen.

Das freiwillige Angebot soll die Teilnehmer für den Umgang mit den Inhalten des Internets sensibilisieren und zur Bildung einer „Internetkompetenz“ anregen. Auch der eigene Dreh eines kleinen Films für Youtube kann dazu zählen – und damit auch die Antworten auf Fragen, die auftauchen, wenn Internetnutzer selbst zu publizieren beginnen. Hier schwingt auch immer die Gefahr mit, Persönlichkeitsrechte zu verletzen oder sich selbst einen Fallstrick zu legen. Dies veranschaulichten Eder und Borngässer am Anfang der Schulung, indem sie vor der ganzen Gruppe ein Foto von sich im Vordergrund und mit den Schülern und Eltern im Hintergrund machten und dann die Frage aufwarfen: „Darf ich das jetzt eigentlich ins Internet stellen?“

20 Tipps: Sicher surfen und telefonieren

Neben dem aufschlussreichen Nachmittag erhält die Lobe-Schule von Ministerium und Landesanstalt auch Unterrichtsmaterialien, die das gesamte Schuljahr hinweg derlei Fragestellungen zu beantworten helfen, vor allem aber dabei unterstützen, Computer- und Internetnutzung sinnvoll und kontinuierlich in den Unterricht einzubauen. Schließlich ist beides später nicht nur im Privat-, sondern oft genug auch im Berufsleben von Belang. In einer zunehmend digital werdenden Welt hat die MLS hier zudem ein extrem relevantes Zukunftsthema ausgemacht.

Das Siegel „Internet-ABC-Schule“ muss alljährlich neu erworben werden, wozu die Schule mit der besonderen Ausbildung von Scheer und Lüdicke sowie dem Seminar erneut zwei wichtige Schritte gegangen ist. Wichtiger aber noch ist, dass die Schüler das verinnerlichen, was in diesem Bereich das gesamte Schuljahr hinweg vermittelt werden soll: medienkompetent sein mit der Fähigkeit zu informieren, recherchieren, präsentieren, gestalten und zu lernen. Und nicht zuletzt ihren (trotz allem oft zu intensiven) Umgang mit den modernen Medien zu reflektieren und womöglich in maßvollere, sicherere und bessere Bahnen zu lenken.

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