Buntes Fest für die Flüchtlinge

Viele Kulturen feiern im „Boardinghouse“

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Bürgermeister Carsten Helfmann und Sozialarbeiter Hans Töpfer freute das bunte Treiben der Kulturen in der Babenhäuser Straße.

Eppertshausen - Mit einem zweitägigen Straßenfest feierten die Vertreter verschiedener Kulturen das vom „Boardinghaus“ in der Babenhäuser Straße eigens für die Flüchtlinge ausgerichtete „Integrationsfest der Kulturen“.

In diesem Beherbergungsbetrieb, einer Flüchtlingseinrichtung des Landkreises, wohnen derzeit die meisten der Eppertshäuser Flüchtlinge. Seit einem Jahr leben hier Familien aus vier Kultur- und Religionskreisen. Die 47 Flüchtlinge unterteilen sich nach ihrer Herkunft in Syrer, Afghanen, Iraner und Russlandstämmige. Alleine schon wegen der Sprachhemmnisse – die verschiedenen Volksgruppen können auch untereinander nicht kommunizieren – ergeben sich in den täglichen Lebensabläufen ständig erhebliche Probleme, die auf Grund des hitzigen, arabischen Temperaments der Beteiligten, immer wieder aus Kleinigkeiten heraus eskalieren, so die Betreiberin, die namentlich nicht in Erscheinung treten möchte.

Vor diesem grundsätzlichen Sprachhemmnis erscheine es beinahe unmöglich, vernünftige Integrationsarbeit zur Eingliederung in deutsche Gesellschafsformen zu leisten. So beklagt sich die „Boardingshouse“-Betreiberin über „die vielen Theoretiker und Besserwisser, die keinen Finger rühren aber liebend gerne diskutieren“. Genauso wie über die völlig überflüssige Dauerdiskussion der Politik: „Wir schaffen das“ oder „wir schaffen es nicht“. Für die Flüchtlinge, die hier sind, komme es zunächst gar nicht darauf an, ob man es am Ende schaffe oder nicht. Es müsse laut Herbergschefin heißen, „wir packen es an“. Nicht diskutierfreudige Theoretiker würden benötigt, sondern Macher.

Hier gehe man in Eppertshausen eigene Wege. Nicht lange reden, sondern loslegen laute die Devise. Daraus resultiere auch das Integrationsfest der Kulturen, entstanden „aus der Denkfabrik der Betreiberfamilie“. Die Völker, die Kulturen und die Religionen zusammen bringen, sie bei Speis und Trank vereinen und die Gegensätzlichkeiten aus Herkunft und Vergangenheit abbauen, ein starkes Gemeinschaftsgefühl zu wecken, alle zu einer großen Familie unter dem Dach des „Boardinghouses“ zu formen – dies sei der Grundgedanke und der Anspruch der Betreiberin für einen erfolgreichen Integrationsweg in unsere Deutsche Kultur.

Besonderes Lob zollt sie den drei Sozialarbeitern aus Eppertshausen, die sich vorbildlich und persönlich engagierten und in enger Abstimmung mit der Betreiberfamilie erfolgreiche Sozialarbeit und Eingliederung leisten. Sie sei auch nur möglich, da sich die Gemeindeverwaltung und ihre Einrichtungen bis hin zu Bürgermeister Carsten Helfmann alle um die Belange der Flüchtlingsintegration einsetzten.

So ließ es sich Helfmann auch nicht nehmen, das Integrationsfest der Kulturen an beiden Tagen zu besuchen. Jede Nation kochte Spezialitäten aus der Heimat. Nicht auf dem Verzehr der Köstlichkeiten lag der Fokus, sondern am stundenlangen, gemeinsamen Rühren am Herd, am Austausch von Kochrezepten, am Grill den Tag zu verbringen um Köstlichkeiten aus der fernen Heimat zu zaubern. So war ein jeder ein Gast des anderen und alle zusammen Gäste vom Boardinghouse, das alle Kosten für das Fest übernommen hat.

Natürlich war auch an die vielen Kinder gedacht worden. Die gesperrte Babenhäuser Straße wurde zum Abenteuerspielplatz für die Kleinen eingerichtet. Von der Hüpfburg über eine Kistenrutsche, Torwandschießen, Tischtennis und vielerlei Spielen und Wettbewerben war alles da. Stolz berichtet die Betreiberin über ihr Haus, das als Vorzeigeobjekt diene, dass es das einzige Objekt im Landkreis sei, dem man es weder von außen noch von innen ansehe, dass es sich um eine Flüchtlingseinrichtung handele.

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