„Göttinnen“ auf Mustangs Spuren

Citroens Kult-Karosse DS erobert die Thomashütte

+
Zum Citroen DS Treffen an der Thomashütte fuhr man seine „Göttin“ den vielen Besuchern gerne auch mal aus der Reihe vor.

Eppertshausen - An der Thomashütte röhren längst nicht nur mehr des Waldes Hirsche. Vielmehr machen sich immer mehr motorisierte Platzhirsche breit. Nach dem US-Car und Biketreffen kamen die Mustangs auf der Wiese vor der Erlebnisgaststätte vorgefahren. Von Thomas Meier

Einer kultigen Oldtimer-Göttin mal unter die Hau8be schauen: Bei den Workshops auf dem DS-Treffen kein Problem.

Und jetzt rollten gar die Lenker französische Kult-Karossen vor: Mit der „Göttin“ unterwegs zum Citroen DS-Treffen. Zwei Tage lang waren rund 150 Freunde mit 85 der als „Göttinnen“ verehrten Automobile zu Gast rund ums Zirkuszelt im Wald. Die Fans der französischen Nobelkarosse kamen dabei aus der gesamten Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland. 1955 erbebte die Autowelt, als Citroen mit der DS 19 erstmals das lang gehütete Geheimnis seines neuen Topmodells lüftete. Sein Vorläufer hatte mit seinem Fahrwerk und Frontantrieb indes bereits seit 1934 schon als „Gangster-Limousine“ für Furore gesorgt. Jedoch nie einen Preis für außergewöhnliche Gestaltung verdient. Das sollte sich mit der neuen Serie schlagartig ändern. Denn die französischen Autobauer machten einen großen, mutigen Schritt nach vorn mit der DS, deren Namen im französischen als Déesse („Göttin“) ausgesprochen wird, und deren Form vor nunmehr 61 Jahren den Staunenden wie aus einem neumodischen Zukunftsfilm entsprungen erschien (wo die DS auch heutzutage noch gerne als Requisit eingesetzt wird).

„Aber nicht nur von außen, auch im Innern glänzte die DS mit neuen, zukunftsweisenden Konzepten und technischen Lösungen“, sagt Ulrich Knaack, der für den deutschen DS-Fanclub Mitorganisator der jährlichen DS-Treffen ist. Seit 1984 gibt es den Club, bis 1996 waren die Treffen im Raum Münster-Westfalen, doch „dann war sich der Vorstand einig, in ganz Deutschland Treffen abzuhalten“, sagt Knaack. Nach Eppertshausen kam der DS-Treck durch ein Clubmitglied aus Münster in Hessen. Hier erkannte Armin Obert die Vorteile der Location Thomashütte als Treff für Autofans nebst rollendem Untersatz.

Mustang-Treffen an der Thomashütte: Bilder

Die ältesten Citroen DS der jüngsten Zusammenkunft stammten aus den Jahren 1957/58. Sie und ihre Nachfolger – seit ein paar Jahren sind auch die DS-Folgemodelle CX dabei – demonstrierten auf der Wiese an der Hütte auch gern ihr wichtigstes Merkmal einstigen Konstrukteurs-Meilensteins: Das Fahrwerk, das auf herkömmliche Komponenten zur Federung und Dämpfung verzichtete und ein durchdachtes System aus Hochdruck-Hydraulik und Gasvolumina den Fahrbahnwidrigkeiten entgegenrollte. Die Autos werden vor dem Fortbewegen nach dem Start ganz sanft ein Stück emporgehoben. Dieses Kunststück machte sie einst auch bei vielen europäischen Politikern schnell sehr beliebt.

In Eppertshausen fuhren nicht nur zahlreiche DS-Originale vor. Darunter waren auch Ambulanz-Mobile, ein sich noch in Betrieb befindlicher Kombi als Bestattungs-Modell und ein Werkstattwagen im avantgardistischen Outfit. Einige Göttinnen-Eigner hatte gar den richtigen Anhänger dabei, einen mindestens ebenso kultigen Eriba-Hymer-Wohnwagen.

Kommentare