„Bei uns ist die Gaudi besser“

FV Eppertshausen feiert Oktoberfest

+
Diese Gruppe Eppertshäuser Madeln genoss das Oktoberfest des FVE in vollen Zügen.

Eppertshausen - „Feiern wie die Bayern“ war in in den letzten Jahren in Eppertshausen kein Thema. Ihr erstes Oktoberfest feierte die Gemeinde 2015 beim FV Eppertshausen, der nach dieser erfolgreichen Premiere am vergangenen Wochenende zur nicht minder zünftigen Wiederholung geladen hatte. Von Michael Just 

„O‘zapft is“: Zum Bieranstich traten Bürgermeister Carsten Helfmann (von links) Frank Wölfelschneider, Gebietsleiter der Darmstädter Privatbrauerei, und die FVE-Vorsitzende Marion König mit Hammer und Tonkrug an.

Nach dem Einlass füllte sich die Bürgerhalle rasch mit Trägern von Lederhosen und Dirndl. Da dies über viele Jahre nicht zur Herbstzeit in Eppertshausen gehörte, schauten einige etwas genauer hin, was Freunde und Bekannte auftrugen. Das war bis zum Beginn der „Musi“ gut möglich, denn solange hieß es Licht an, um möglichst einfach die nummerierten Tische und Plätze zu finden. Zum Bieranstich um 20 Uhr traten FVE-Vorsitzende Marion König, Bürgermeister Carsten Helfmann und Frank Wölfelschneider, Gebietsleiter der Darmstädter Privatbrauerei, mit Hammer und Tonkrug an. Der Schlag des Verwaltungschefs verursachte nur ein paar kleinere Spritzer, so dass das „O‘zapft is“ ohne größere Verluste beim Gerstensaft vonstatten ging. Davor durfte sich Marion König noch über 500 Euro vom Bürgermeister für die Jugendabteilung des FVE freuen, die sich um die sportliche Integration von Flüchtlings- und Migrantenkinder bemüht. Das Geld stammt aus einem Betrag von insgesamt 5 000 Euro, den das Land Hessen Eppertshausen zur Förderung der Flüchtlingsarbeit zur Verfügung stellte.

Mit dem Fass-Anschlag kam Wölfelschneider von der Darmstädter Privatbrauerei einer Verpflichtung nach, die in diesen Tagen durch den Oktoberfest-Boom allwöchentlich ansteht. Wie er berichtete, habe der große Zuspruch viele nicht-bayrische Brauereien überrascht, da plötzlich ein passendes, obergäriges Festbier verlangt wurde. „Die meisten hatten das vorher nicht gehabt“, weiß Wölfelschneider. Dem Wunsch wurde dann Rechnung getragen. In der Regel ist es eher umgekehrt, sagt der Gebietsleiter: „Da kommt man nicht auf uns zu, sondern wir auf die Abnehmer.“

Bei der Musik entschied sich der FVE für die gleiche Formation wie im letzten Jahr. Hier trat die „Großostheimer Blasmusik“ mit einer Truppe von rund 25 Mitgliedern auf. Ausschlaggebend für die Verpflichtung war erneut der sensationelle Preis für eine Gruppe dieser Größenordnung. Die Musiker ernteten im letzten Jahr die Kritik, dass zuviel traditionelle Blasmusik überwog und ein Mehr an Party- und Stimmungslieder besser gewesen wäre. Auch diesmal verging eine gewisse Zeit, bis die Bläser die Eppertshäuser zum Aufstehen und Mitklatschen bewegen konnten. Wie 2015 hatten die Organisatoren aber noch eine Stimmungsgarantie in petto: Mitglieder des FVCA, der vereinseigenen Karnevalsabteilung, gaben eine Playback-Show zum Besten, mit der sie zu später Stunde sämtliche Körper in Bewegung versetzten. Hier zeigten Mitglieder des Elferrats, unter anderem als DJ Ötzi wie Gaudi und Partystimmung erzeugt wird. Nach dem zweiten Auftritt der Großostheimer Blasmusik sagte sich zur Après-Party noch ein DJ an.

Bilder zum Oktoberfest beim FV Eppertshausen

Diesmal zog das Oktoberfest nicht ganz so viele Besucher an wie im letzten Jahr. War der Kartenvorverkauf damals reißend, verlief nun in normalen Bahnen. Trotzdem war die Bürgerhalle gut gefüllt, auch wenn im hinteren Bereich noch Plätze frei waren. „Wie bei jeder Premiere fällt ein bisschen Lehrgeld an“, erklärte Marion König. So war der Durst 2015 so groß, dass um 23 Uhr das Bier ausging und die georderten 800 Liter bereits die Kehlen runtergeflossen waren. Dank der Braunwarth-Brauerei im Ort konnte aber umgehend für Nachschub gesorgt werden. Dazu gab es Probleme bei der Koordination der Sitz- und Stehplätze, was einige Gäste ebenfalls nicht erfreute. Dass die TG Ober-Roden am Samstagabend zeitgleich zu einem Oktoberfest einlud, dürfte ein paar weitere Gäste gekostet haben.

Vor allem für die jüngere Generation war das FVE-Oktoberfest ein Muss: Valerie Kramer (21) feierte gleich mit einem halben Dutzend Freundinnen. Die Original-Wiesn in München hat sie noch nicht gesehen, da die ungünstiger Weise immer mit der Eppertshäuser Kerb zusammenfällt. Dafür war sie schon auf dem Oktoberfest der Feuerwehr im benachbarten Münster. Ihre Wertung dazu fällt eindeutig aus: „Hier bei uns in Eppertshausen ist die Gaudi weitaus besser.“

Kommentare