Ehemaliges Fitness-Studio wird umgebaut

Flüchtlinge räumen Unterkunft

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Das ehemalige Fitness-Studio in der Jahnstraße Eppertshausens diente einige Monate lang Kreis und Kommune als Unterkunft für Flüchtlinge. Doch weil der Eigentümer nun Pläne für den Umbau in eine Appartmentanlage hegt und sich die Lage zur Asylbewerber-Unterbringung im Kreis entspannt hat, zogen 20 Männer um nach Groß-Zimmern.

Eppertshausen - 115 Flüchtlinge zählte die Gemeinde bislang. Nun sind 18 von ihnen weggezogen, weil ihre bisherige Bleibe umgebaut wird. Insgesamt hat sich die Flüchtlingslage im gesamten Kreisgebiet etwas entspannt.

20 asylsuchende Männer haben ihre Unterkunft in einem ehemaligen Fitness-Studio in der Jahnstraße geräumt. „Der Privateigentümer hat einen Bauantrag eingereicht, er will dort kleine Appartments entstehen lassen“, erklärte Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann auf Nachfrage unserer Zeitung. Frank Horneff, Pressesprecher beim Landkreis Darmstadt-Dieburg, konkretisierte: „Der Umzug war nötig, weil sich ein ursprünglich von einem Investor dort vorgesehener Umbau seit Dezember nicht umsetzen ließ, die Männer lebten dort in einem Provisorium. Jetzt war es möglich, sie in neuen Unterkünften unterzubringen.“

Demnach haben 16 Männer in Groß-Zimmern, zwei in Groß-Umstadt und zwei innerhalb Eppertshausens neu Quartier bezogen. „Sollte der Investor seine Umbaupläne umsetzen, können wir anbieten, dass die Männer wieder zurück nach Eppertshausen kommen können“, sagte Horneff. Bis zum Ende des Umbaus, sollen nach Information von Bürgermeister Helfmann drei bis vier Monate ins Land gehen. Wie Horneff bestätigte, habe der Umzug für die Berechnungsgrundlage der beteiligten Kommunen keinerlei Konsequenzen: „Aktuell gibt es ausreichend Plätze in Gemeinschaftsunterkünften im Kreis, so dass die Kommunen derzeit nicht nach einem Zuweisungsschlüssel belegt werden.“

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Von den 3757 Flüchtlingen, die derzeit im Kreis Schutz finden, hat Münster 279 aufgenommen (Stand: 8. August 2016). Eppertshausen zählt nach dem Wegzug der 18 Männer noch 97 Schutzsuchende, die nach Auskunft von Bürgermeister Helfmann in gemeindeeigenen Unterkünften in der Hauptstraße, in der Babenhäuser Straße sowie in einzelnen Gemeinde- und Mietwohnungen leben. Zwar könne er nicht voraussehen, wie viele Asylsuchende für Münster und Eppertshausen noch zu erwarten sind, nach jetzigem Stand würden Horneff zufolge aber in beiden Kommunen keine weiteren Unterkünfte für Asylsuchende benötigt. Aus demselben Grund habe man in Eppertshausen die Pläne fallen gelassen, das ehemalige Truckcenter Hauser im Park 45 als Wohnstätte für Flüchtlinge auszubauen, wie Bürgermeister Helfmann zum einst heiß umstrittenen Vorhaben mitteilte. (rin)

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