„Meinungsumschwung“ bei CDU

Fraktionschef Brockmann antwortet auf Proteste aus dem Bubenstall

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Eppertshausen - Auf die erneuten Proteste aus der Sackgasse Bubenstall, die bei Erschließung des Neubaugebietes vom Durchgangsverkehr betroffen sein könnte, reagiert jetzt die CDU.

Dem Offenen Brief von Anwohner Günter Maier und den Protesten aus dem Januar 2015 setzt Fraktionschef Stephan Brockmann nun seine Sicht der Dinge ebenfalls in einem Offenen Brief, adressiert an Maier, entgegen. Richtig sei, dass in den gemeindlichen Gremien im Januar 2015 über fünf verschiedene Ausbauvarianten diskutiert wurden. „Eine endgültige Festlegung für eine der Varianten gab und gibt es aber bis heute nicht. Im Laufe der Monate wurde eine weitere Ausbauvariante, die Variante acht, in die Diskussionen einbezogen“, so Brockmann. Es sei normal, dass die CDUFraktion intern eine Meinungsbildung zu den verschiedenen Ausbauvarianten betreibe. Sie hätte sich bisher noch nicht abschließend für eine favorisierte Lösung endgültig festgelegt. Am Montag, 29. August, sei es zu einer fraktionsinternen, vorläufigen Abstimmung mit einer Mehrheit für die Variante fünf gekommen (sie sieht den Durchgang durch den Bubenstall vor). In früheren Diskussionen habe es laut Brockmann „gefühlt eine knappe Mehrheit zur Variante acht“ gegeben, ohne entsprechende Abstimmung.

Der Meinungsumschwung bei der Fraktion habe sich also erst jetzt ergeben. Da es von bisher keine nach außen gerichtete Information oder Zusage zu einer Variante gab, „ist es nicht angemessen, der Fraktion oder dem Bürgermeister mit populistischen Worten eine Täuschung vorzuwerfen“, erklärt der Unionspolitiker. Falsch sei die Darstellung, dass es eine Durchbindung vom Bubenstall bis in das Failisch geben soll. Tatsächlich gebe es zwar eine straßenmäßige Verbindung, diese solle aber mit einer baulichen Engstelle versehen und mit Pollern verschlossen werden und nur in besonderen Bedarfsfällen (Vollsperrungen, Einsatz von Rettungskräften) temporär geöffnet werden.

Laut Brockmann ist „ das gefühlte Problem der Anwohner der Straße Im Bubenstall eher ein Luxusproblem.“ Die Öffnung der Sackgasse werde zunächst zu weniger Fahrzeugbewegungen / Fahrkilometern führen. Sowohl die Variante fünf (etwa sieben zusätzlich angebundene Häuser) als auch die Variante fünf (31 angebundene Anwohner plus Wohnanlage) würden nur zu einem geringen Teil Mehrverkehr im Bubenstall führen.

Chaos im Schilderwald: 100 Mio. für den kleinen Unterschied

Brockmann: „Egal welche Variante zum Tragen kommt, die Strecke durch den Bubenstall zur Waldstraße ist länger und aufgrund einer vorgesehenen Fahrbahnverengung am Eingang, der kurvigen Streckenführung und der parkenden Autos als Abkürzung vollkommen unattraktiv. Anwohner anderer Straßen werden je nach Ausbauvariante wohl mit mehr zusätzlichen Fahrzeugbewegungen rechnen müssen, als dies spekulativ für die Straße Im Bubenstall in den Raum gestellt wird.“

Die Variante 5 hätte den Vorteil, dass es zwei getrennte Straßen gäbe, welche die geplante Wohnanlage und die Häuser in der waldnahen Baureihe erschließen würden. Auch die Mehrbelastung für die Waldstraße könne so räumlich etwas mehr verteilt werden. Es gebe weit mehr Interessenslagen, als nur die der Anwohner des Bubenstalls. Die CDU Fraktion sehe sich verpflichtet, das Wohl der Allgemeinheit abzuwägen, so Brockmann. Maier fordert er auf, polemische Vorbehalte aus dem Weg zu schaffen. tm

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