Zombies, Werwölfe und Monster auf der Thomashütte

Halloween-Casting: Auf dem Catwalk reinsten Horrors

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Drei von zwei Dutzend Erschrecklichkeiten, die zu den Halloween-Nights ihre Aufwartung machen dürfen.

Eppertshausen - Der Horror flanierte am Wochenende zum Catwalk durchs Zirkuszelt auf der Thomashütte. Die schrecklichsten der grusligsten Zombies und Untoten kamen zur ganz besonderen Modenschau zusammen: Casting für die vierten Halloween-Nights zwischen Eppertshausen und Messel. Von Thomas Meier

Zum vierten Male zeichnet Mareike Biek für den Gruselparcours zu den Schreckensnächten an der Thomashütte verantwortlich, durch den die Besucher müssen, wollen sie zum Horror-Zirkus, in dem wiederum Alex Ramien und seinen Truppe ein zirzensisches Spektakel der Extraklasse veranstalten werden. Erstmals sollen zu den Schauder-Nächten vom 21. bis 29. Oktober zwei Zirkuszelte für den Spaß bereit stehen: Eines für die Party rund um Halloween, eines für die Artistik-Show. Soviel Schrecken braucht seine Vorbereitung. Schon vor Monaten meldeten sich die ersten Bewerber bei Marieke Biek fürs Casting an. Über 70 Interessenten waren es diesmal, doch die Ansprüche sind mittlerweile sehr hoch. Bereits in der Vorauswahl strichen etliche Bewerber die gehissten Totenkopfsegel.

Immerhin fanden sich zum Casting noch zahlreiche Bewerber in ihren kreativen Monturen ein, letztlich sollten zwei Dutzend zu „Erschreckern 2016“ ernannt werden. Darunter einige Darsteller, die bereits in vergangenen Jahren in anderen Outfits den Besuchern das Gruseln lehrten, sich für die neue Saison indes mit neuen Schrecklichkeiten einkleideten. Schließlich soll ja kein alter Mumienkram aufgewärmt werden.

Der Hauptjurorin Mareike Biek assistierten bei der Monsterschau Renate Milanovic, Gatte Andi Biek und Olga Roth-Deblon von der Thomashütte. Sie mussten nicht nur visuell einiges verdauen, sondern sie forderten die Bewerber auch. Eine Bekannte Größe beim Erschreckerspiel ist Gerda Fuchs aus Seeheim-Jugendheim. Kam die 51-Jährige letztes Jahr noch als Gehörnte am Stock, so tritt die sonst so adrette Dame aus dem Eiscafé im Oktober als Cyborg-Robot-Mensch-Monster unters Publikum.

Casting für die Halloween-Nights auf der Thomashütte

Gleich im Doppelpack werden Sebastian aus Darmstadt, zweimaliger Darsteller an der Hütte, und Sven aus Rodgau, dreifacher Mime, auftreten. Die beiden kommen als siamesische Zombie-Zwillinge in den Schreckensparcours. Ihr Doppelkostüm nähten sich die 34 und 31 Jahre alten Grusler in mühevoller Kleinarbeit aus Leder, Stoff und Fellfetzen selbst zusammen. Die passenden Latexmasken zum blutrünstigen Outfit kauften sie sich freilich hinzu. Warum sie sich solch makabrem Spaß verschrieben haben? „Weil es Spaß macht, Leute zu erschrecken“, sagt Sebastian, und Sven „möchte auf diesem Wege mal ein Mädchen kennenlernen“. Wenn es denn Fratzen wie diese im Zweierpack mag.

Drei Neuzugänge reisten gemeinsam aus dem Saarland zum Horror-Laufsteg an. Die kreativen Monster-Macher werden allesamt im Oktober zu bestaunen sein, kam die Jury um diesen Ideenreichtum doch nicht herum.

Gerd Kröninger aus Saarbrücken war die schillerndste Figur auf dem Catwalk. Der mit viel Glitzer und Klunkern Behängte tritt als Horror-Harald-Glööckler auf. „Gelernt habe ich mein Fach ja beim Kinderhalloween in meiner Heimat. Aber ich bin wie das Original nun völlig über mich hinausgewachsen“, bezirzte er, einen abgetrennten Frauenkopf unterm Arm, die Juroren. Sein „schrööckliches Modedesign“ lehrte alle das Gruseln.

Mit ihm kam Lukas Frank angereist, der zunächst nicht so genau wusste, was er denn nun darstellen wollte. Es musste dem höllischen Lampenfieber geschuldet sein, dass sich der 24-Jährige als „unlustiger Harlekin“ bezeichnete, aber „untoter Highlander“ meinte. Nun, bei solch blutverschmiertem Schädel sind Verwirrungen wohl unvermeidlich.

Als „Arlecchino“ aus dem Horrorsaarland erschien indes Camela Pinnhammer. Die 44-Jährige aus Saarlouis ist Zombiewalkerin aus Passion, arbeitet nebenher als Model („Aber nicht nur für Fashion“) und liebt alles rund um Fasching, Halloween und Horrorparty.

Eine nähere Anfahrt hat da Silke Neudecker aus Hainburg, die als Frau in Schwarz das Fürchten lehren wird. Im Werwolf Sascha König aus Mainhausen hat die 35-Jährige schon einen netten Trainingspartner fürs Erschrecken gefunden. Der Wolf kommt übrigens nicht als solcher, sondern als „Uncle Fester“ aus der Addams-Family, wie der 37-Jährige ankündigte.

Ein wenig zittern um ihren großen Halloween-Auftritt im Oktober musste Laura Braun aus Münster. Die 17-Jährige überzeugte als Zombie zwar die Jury, doch Oberjurorin Biek war grausam: „Ohne Unterschrift eines Erziehungsberechtigten dürfen wir Dich nicht gruseln lassen.“ Zwei, drei Handytelefonate später strahlte der eigentlich zugenähte, blutunterlaufene Mund des Teenagers: „Mama holt mich nachher hier ab und unterschreibt auch gleich.“

Die Jury war des grässlichen Spektakels zufrieden: „Da haben wir wieder eine grausige Truppe fürs Erschreckerfest rekrutieren können,“ sagte mit diabolischem Lächeln Mareike Biek. Ihr Outfit steht auch schon: Sie ließ sich von einem österreichischen Schnitzer ein Krampuskostüm anpassen. Sigourney Weaver und ihr Alien werden blass vor Neid...

Archivbilder

„Halloween Nights“ an der Thomashütte

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