Viel Gebüffel fürs Zertifikat

Kultusminister dekoriert Stephan-Gruber-Schule

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Kultusminister Ralph Alexander Lorz überreichte das Gesamtzertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“ an (v. l.) Monika Heinlein, Amelie Mühlbauer, Christine Mlodoch, Schulleiterin Marion Lehr und Christiane Lachheb.

Eppertshausen - Die Stephan-Gruber-Grundschule hat sechs Jahre lang für das Gesamtzertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“ gearbeitet. Eine große Bandbreite an Maßnahmen für physisch und psychisch starke Kinder steht den Pädagogen nur zur Verfügung. Von Jens Dörr 

Mit Titeln, Siegeln und Zertifikaten ist es manchmal so eine Sache: Allzu leicht lässt sich eine Urkunde erwerben oder mit einer Bezeichnung hausieren gehen, weshalb derlei stets mit Vorsicht zu genießen und kritisch zu hinterfragen ist. Bei jener Auszeichnung, die die Eppertshäuser Stephan-Gruber-Schule (SGS) am Freitagvormittag vom Hessischen Kultusminister Prof. Ralph Alexander Lorz erhielt, hält die substanzielle Prüfung allen Fragen locker stand: Sechs Jahre lang arbeitete zunächst ein Kernteam insbesondere um die Lehrerinnen Monika Heinlein, Amelie Mühlbauer, Christine Mlodoch und Christiane Lachheb sowie nicht zuletzt die gesamte Grundschule um Leiterin Marion Lehr daran, die sechs- bis zehnjährigen Kinder in Sachen Gesundheit optimal zu fördern.

In die Mittelstufe entlassen werden sollen physisch und psychisch starke Kinder mit einer bereits umfassenden Sensibilität dafür, wie man gesund, sozial und erfüllt in einer lebendigen Gemeinschaft durchs Leben gehen kann. Lohn dafür ist nun das Gesamtzertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“.

Diese Bescheinigung, die gestern einer Feierstunde im Beisein aller Lehrer und Schüler sowie Lokalprominenz um Bürgermeister Carsten Helfmann im großen Saal der Bürgerhalle verliehen wurde, besteht aus vier einzelnen Zertifikaten, die die SGS über die vergangenen Jahre hinweg bereits erhalten hatte.

In ihrer Eingangsrede riss Schulleiterin Lehr die große Bandbreite an Maßnahmen, mit denen die Schule Gesundheitsförderung betreibt, an. „Wir wollen ein Klima schaffen, in dem ein achtsamer Umgang mit der Gesundheit gelebt wird“, sagte sie und nannte Beispiele, die Schüler in Präsentationen und Vorführungen anschließend ausführten.

Die Kinder stellten die einzelnen Bereiche näher vor. Verkehrserziehung und Mobilität stehen in der Stephan-Gruber-Schule neben Themen wie Schulhygiene, Konfliktmanagement und Bewegung. Lehrer- und Schülergesundheit sowie Ernährung heißen die weiteren Komplexe. Hinter jedem Feld stecken mehrere Projekte, Aktionen und Dauereinrichtungen, die die Kinder in bestimmten Schuljahren oder kontinuierlich konkret erleben. Von einfachen Beispielen wie dem regelmäßigen Lüften der Klassenräume, der Mülltrennung und der Desinfektion nach jedem Toilettengang bis hin zur Etablierung von Streitschlichtern für die Zeit zwischen den Unterrichtsstunden und der Einrichtung einer „Pausendisco“ reicht an der SGS die Palette. Zum gesunden Frühstück wird an der Grundschule vorgelesen, im Sachunterricht machen die Schüler einen „Ernährungsführerschein“.

Lehrer, Schüler und externe Partner wie der Turn- und Athletik-Verein, der Tischtennis-Club oder die Schachgemeinschaft finden in sportlichen AGs zusammen. Eine zusätzliche Sportstunde gehört an der SGS fest zum Plan. Auch auf scheinbare Banalitäten, die sich oft genug nicht als solche entpuppen wird geachtet: Die Gruber-Schüler und die Kümmerer insbesondere im Lehrerkollegium achten beispielsweise auf die Sitzhaltung im Unterricht und darauf, dass der Ranzen nicht zu schwer ist.

Kultusminister Lorz, der neben dem Zertifikat auch eine finanzielle Zuwendung dabei hatte, verlieh die Auszeichnung zunächst für vier Jahre. Danach werde die Schule erneut geprüft. Überhaupt sei die „Gesundheitsfördernde Schule“ ein in Hessen selten verliehener, sehr anspruchsvoll zu erreichender Titel. Die Gruber-Schule hat diesen Meilenstein nun erreicht. Wichtiger jedoch war und ist das, was für und mit den Kindern in der Schule tagtäglich dafür getan wurde und wird.

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