Ein Nachmittag für Verständigung

DSDS-Gewinner bei Fest für Flüchtlingskinder

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Rund 80 der 137 in Eppertshausen lebenden Flüchtlinge waren zum Integrationsfest gekommen.

Eppertshausen - Seit Severino Seeger 2015 die RTL-Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ gewann, ist der gebürtige Frankfurter vielen im Land bekannt.

Am Samstag bewies der 29-Jährige in Eppertshausen, dass ihm nicht nur seine Karriere als Sänger, sondern auch das Schicksal anderer Menschen wichtig ist. Severino, so sein Vor- und Künstlername, kam zum Grill- und Sportfest am Haus Westermann, das der GKV Lotus unter der Überschrift „Sport baut Brücken“ für Flüchtlingskinder und -familien organisiert hatte. Dort sang er mehrere Lieder aus seinem Repertoire. Genauso wie Claus Fischer von der Beatles Revival Band sowie die Sängerinnen Birgit Magel und Nuwanda trat er ohne Gage auf. Die Idee zu diesem Nachmittag hatte Lotus-Vorsitzender Ernes Erko Kalac. Zusammen mit Michael Kästner (Hanau) und der finanziellen Unterstützung der Sportintegrationsstiftung von Prinz Michael von Anhalt organisierte er einen Nachmittag, der für Miteinander und Verständigung warb. Das Grillgut (auf den Rost wanderten Hähnchenschenkel, Cevapcici und Lammfleisch) war für alle Besucher frei. Um die Einladung an die Flüchtlinge kümmerte sich die Eppertshäuser Jugendförderung. Mit Erfolg: „Ich habe rund 80 der 137 in der Gemeinde lebenden Flüchtlinge ausgemacht“, freute sich Steffi Groh von der Jugendförderung.

Zum Fest sagte sich auch Besuch aus Wiesbaden an: Axel Wintermeyer, Minister aus der hessischen Staatskanzlei, unterstützte mit seiner Anwesenheit die Botschaft des Festes und überbrachte Grüße von Ministerpräsident Volker Bouffier und Peter Beuth, dem Minister des Inneren und des Sports. Beide kennen Ernes Erko Kalac und schätzen dessen Arbeit. Wintermeyer erinnerte daran, dass Hessen im letzten Jahr 80.000 Flüchtlinge aufnahm. „Sport ist neben Arbeit die beste Integration“, meinte der Politiker. Zum Motto „Sport baut Brücken“, rief er dazu auf, diese Verbindung so stark wie möglich für den Austausch zu nutzen.

Bürgermeister Carsten Helfmann hob heraus, dass mittlerweile an sechs Tagen in der Woche Deutsch-Kurse in Eppertshausen laufen. Dazu lobte er die Integrations-Arbeit von Kalac. Die sei kein neueres Produkt, sondern schon seit Jahren fester Bestandteil seiner Arbeit. Helfmann übergab Kalac einen Scheck über 500 Euro. Der resultiert aus einem Gesamtbetrag von 5 000 Euro, den die Gemeinde vom Land Hessen bekam. Das Geld soll die Vernetzung von Sport und Integration auf lokaler Ebene fördern.

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Das Wetter war am Wochenende das einzige Manko, was zum Grill- und Sportfest nicht passte. Die trockenen Momente wurden genutzt, um berührend den Eine-Welt-Gedanken zu demonstrieren. Nach einer Karate-Vorführung von Lotus-Kindern hielten diese Schilder mit der Aufforderung „Stoppt alle Kriege“ hoch. Die Sänger um Severino gaben mit einem Teil von Flüchtlingskindern den Michael-Jackson-Klassiker „We are the world“ zum Besten.

Am Morgen war Kalac persönlich angetreten, die Zelte aufzubauen. Das hatte sich gelohnt, denn der Zuspruch zum Fest zeigte sich wie die Kontakte des GKV-Vorsitzenden als groß. Nach den Grußworten der Politiker ergriff Kalac, der vor 17 Jahren selbst aus seiner Heimat vertrieben wurde, das Wort. Er forderte die Flüchtlinge dazu auf, die deutsche Kultur zu lernen und fleißig zu sein. Dazu sollten sie sich dankbar gegenüber Deutschland für die Aufnahme zeigen. Dass das Wetter nicht mitspielte, nutzte der erfolgreiche Karateka, der in seiner früheren Karriere schon bei Olympia antrat, zu einem Wortspiel gegenüber dem Minister. Das passte hervorragend zur gelösten Stimmung des Nachmittags: „Das nächste Mal laden wir nicht Herrn Winter- sondern Herrn Sommermeyer ein.“ 

mj

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