"Das Medium Fußball macht's".

Sporttag mit Flüchtlingskindern

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Ballzauberer vom Feinsten: 20 Kinder nahmen am Fußball-Tag in Eppertshausen teil.

Eppertshausen - Mit einem gemeinsamen „Fußball-Tag“ haben die Jugendförderung der Gemeinde sowie der FV Eppertshausen 20 Kindern einen der vielen Sommerferientage verschönert. Von Jens Dörr 

Die Trainer Bastian Groh und Amin Ouaajoura opferten dafür einen ihrer Urlaubstage. Auch Stephanie Groh, die einerseits in der Jugendförderung Eppertshausens arbeitet, andererseits FVE-Jugendleiterin ist, kümmerte sich außerhalb ihrer Arbeitszeit für die Gemeinde um den Nachwuchs. Der „Fußball-Tag“ bereitete dabei nicht nur einheimischen Kids Vergnügen, sondern trug auch ein wenig zur Integration von Flüchtlingskindern bei. So zum Beispiel bei Hicham. Daraus, dass der zehnjährige Syrer, dessen Mutter noch im Heimatland ist und der zusammen mit dem unter 30-jährigen Vater nach Deutschland geflüchtet und schließlich in Eppertshausen gelandet ist, kein pflegeleichtes Kind sei, machte Stephanie Groh am Freitag keinen Hehl. In der Schule verhalte er sich auffällig, auch beim Fußball-Tag benahm er sich erst einmal alles andere als angepasst. Dass er auf seinen Trinkbecher „Neymar“ statt seinen eigenen Namen schrieb, war da noch das kleinste Problem. Aber: Am Nachmittag war Neymar – pardon: Hicham – schon deutlich zahmer als zu Tagesbeginn. Da war er voller Vorfreude zu Fuß ins Eppertshäuser Sportzentrum gelaufen, weil sein Fahrrad derzeit defekt sei.

„Ich habe fünf Veranstaltungen für ihn gebucht“, sagte Groh, die ihn im Rahmen des vielfältigen Ferienprogramms Eppertshausens (an dem beim „Fußball-Tag“ auch zwei junge Münsterer teilnahmen) ein wenig unter ihre Fittiche nahm. So ging es in den letzten Tagen für Hicham etwa noch zum Schwimmen, wo der junge Syrer im Gegensatz zum Kick mit dem runden Leder noch Nachholbedarf hat. Dass Hicham letztlich doch recht verträglich mit den einheimischen und auch nicht immer unkomplizierten Kindern um die Wette kickte und zum Abschluss bei einem kleinen Turnier dribbelte und passte, freute auch Groh. „Das ist für mich Integration“, sagte sie und hatte auch den Grund für den schönen Wandel parat: „Das Medium Fußball macht’s.“ Das Kicken sorgte offenbar nicht nur bei Hicham für mächtigen Hunger: Von der Verpflegung, die der FVE sponserte, war am Ende des sechsstündigen Angebots nichts mehr übrig. „Würstchen, Äpfel – alles weg!“, resümierte Groh. Und auch „Neymar“ wirkte zufrieden.

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