So bunt wie eh und je

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Auf „Welle 2011“ schipperten die Freibeuter des FTF mit ihrem Piratenschiff durch das wogende Narrenvolk.

Jügesheim (eh) - Goldene Sonnen, bunte Legosteine und lebendige Schallplatten bevölkerten am Fastnachtsdienstag die Straßen von Jügesheim. Dazu: Fische auf Fahrrädern, kleine Künstler im Malerkittel und Zwerge aus dem Zauberwald.

An der Vielfalt der Kostüme beim Fastnachtszug konnte man sich kaum sattsehen.

Golden und goldig: Die „Sunny Girls“ der TGS-Gruppe Konni Walter.

Strahlende Sonne, blauer Himmel und gar nicht mal so kalt - was will man mehr? Strahlende Gesichter sah man im Umzug und am Straßenrand. Und wer sich vom langen Stehen mal doch etwas klamm in den Knochen fühlte, wurde beim Schunkeln und Hellau-Rufen rasch wieder warm.

Die Wahl der schönsten Gruppen und Wagen dürfte der neuen Jury nicht leicht gefallen sein. Die Juroren im Obergeschoss der Sparkasse kamen sowieso kaum zum Nachdenken, schließlich mussten sie im Minutentakt ihre Punkte vergeben.

Alle Bilder vom Umzug durch Jügesheim

Fastnachtszug durch Jügesheim

Mit einem riesigen Piratenschiff eroberte der Freundeskreis für Turnen und Fastnachter die Stadt. Aus allen Rohren feuerten die Freibeuter glänzende Konfettistreifen. Eindruck machte auch das fahrende Dschungelcamp der TG Hainhausen. Nicht zu überhören war der Prinzenwagen der 1. Dietzenbacher Tanzgarde, dessen Lautsprecher der Guggemusik „Druff Kapell“ lautstark Konkurrenz machte.

Schön schräg und voller Temperament: Das Trio „Aegri Somnia“ vor der Rodgau-Passage.

„Geht der Euro baden?“ fragte der Rodgauer Carneval-Club mit Mottogruppen und Motivwagen. Goldbarren und Anzugträger mit Rettungsschirm tummelten sich neben Vertreterinnen der Euro-Problemländer. Eine Frau mit Griechenland-Schärpe zeigte den Zuschauern am Wegrand lachend ihren leeren Einkaufskorb: „Heute werfe ich nichts aus, ich sammle lieber.“

Dennoch hatten die Kinder am Straßenrand alle Hände voll zu tun, ihre Taschen und Tüten zu füllen. Neben Bonbons in durchweg guter Qualität und jeder Menge an Popcorn (fliegt gut und tut beim Aufprall nicht weh) regnete es auch ungewöhnliches Wurfmaterial: Babyschnuller, Deko-Blumen aus Rattan oder DVDs. Die Kegel-Hexen der Gruppe Staudt verteilten Primeln am Straßenrand und die Elferräte der TGM SV hielten Hochprozentiges in Einwegspritzen parat, damit ja kein Tropfen verschüttet wird. Trinkbrei für Babys gab’s gleich von mehreren Gruppen. Die TGS-Elfer nahmen Rücksicht auf die alternde Gesellschaft und verteilten Grußkarten: „Zum 100. Geburtstag die besten Wünsche.“

Als Popcorntüten liefen „Wolf und seine Freunde“ im Umzug mit. Sie verteilten - natürlich - Popcorn.

Viel Phantasie bewiesen erneut die Kindergärten: Die Künstler vom Binger Weg, „Rudi Rabe“ aus dem Nordring (mit Kostümen, die die Kinder selbst gefertigt hatten), Legoland von der Burg Schlotterstein und „20 Jahre Kleine Strolche“ liefen vorne im Zug mit. Allen voran: Die Organisatoren der IGEMO Jügesheim und der Spielmannszug des TV Obernau, der seit 40 Jahren ununterbrochen dabei ist. Etwas später im Zug: Der Spielmannszug der TGM SV Jügesheim in neuer, verjüngter Besetzung.

Die kleinste Fußgruppe waren „die zwei Übriggebliebenen“des Kostümverleihs Hilge aus Hainhausen: Dana und Erich Jäger wirbelten als Clowns durch die Giesemer Gassen und hatten jede Menge Spaß dabei. Nur von ein, zwei Gruppen im Zug hätte man sich mehr Temperament und ansteckende Freude gewünscht. Was dort an Ausstrahlung fehlte, machten drei Musiker am Schluss des Zuges wett: Das Trio „Aegri Somnia“ begeisterte mit Trommeln, Dudelsack und Tänzen.

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