Neuer Thriller von Tatort-Kommissar Gregor Weber

Bahnhofsviertel-Krimi: Asphalt der verlorenen Seelen

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Bordelle und Bars im Frankfurter Bahnhofsviertel sind die ideale Kulisse für den Krimi "Asphaltseele". 

Frankfurt -  Vom Tatort-Kommissar zum Krimi-Autor: Schauspieler Gregor Weber schreibt seit einigen Jahren Bücher. Sein neuer Thriller spielt in Frankfurt. Für Weber war das auch eine kleine persönliche Zeitreise. Von Jan Brinkhus

Früher ermittelte er als Tatort-Kommissar im Fernsehen, inzwischen lässt Gregor Weber andere ermitteln. Der frühere Hauptdarsteller der ARD-Krimi-Serie im Saarland ist schon vor einigen Jahren unter die Schriftsteller gegangen. In seinem neuen Werk „Asphaltseele“ lässt Weber den Frankfurter Kommissar Ruben Rubeck im Bahnhofsviertel der Main-Metropole auf Verbrecherjagd gehen. In der Stadt, die Weber noch aus seiner Studienzeit gut kennt.

Autor Gregor Weber ermittelte früher als Tatort-Kommissar in der ARD.

Das Frankfurter Bahnhofsviertel gilt als raues Pflaster. Zwischen Banken und Hauptbahnhof treiben sich Zuhälter, Drogendealer und manch andere zwielichtige Gestalt herum. Nicht selten wird das Viertel zum Schauplatz von Verbrechen. Gleichzeitig hat sich in den vergangenen Jahren vieles verändert, einige Straßenzüge erinnern eher an ein hippes Szeneviertel als an einen sozialen Brennpunkt. Das alles ergibt eine gute Kulisse für einen Krimi, wie Weber findet. „Ich habe ja vier Jahre in Frankfurt gewohnt, Anfang bis Mitte der 90er Jahre“, erzählt er. „Das Bahnhofsviertel war damals aus Sicht von uns Studenten die ,roughste’ Ecke in der Innenstadt von Frankfurt.“ Mit diesem „Schandfleck“ könnten die Frankfurter bis heute schlecht umgehen. Das Bahnhofsviertel reibe sich an der ganzen Stadt. „Und wo sich Sachen reiben, da werden Geschichten interessant“, sagt Weber.

Gregor Weber: Asphaltseele, Heyne, 240 S., 14,99 Euro

Sein Protagonist Ruben Rubeck soll diese Widersprüche Frankfurts erkennen lassen. Weber hat ihm eine Abstammung aus gutbürgerlichen Verhältnissen und einen alttestamentarischen Namen verpasst. Zugleich kommt der Ermittler ziemlich abgehalftert daher, wohnt im Bahnhofsviertel, ist Alkohol und Rotlichtmilieu nicht abgeneigt. Als Polizist strebt Rubeck in dem Kriminalroman nicht nach Höherem – der 47-Jährige trägt immer noch den Rang eines Kriminalkommissars und möchte dienstlich am liebsten seine Ruhe haben. Plötzlich wird er nach Feierabend in eine Schießerei im Bahnhofsviertel verwickelt und findet sich damit mitten in einem Verwirrspiel wieder, in dem auch ein LKA-Ermittler mitmischt. Und dann wird Rubeck auch noch von seiner Vergangenheit als Bundeswehrsoldat im Kosovo eingeholt.

Auch die Bundeswehr kennt Autor Gregor Weber aus eigener Erfahrung. Nach dem Abitur war der heute 49-Jährige bei der Marine, vor wenigen Jahren ging er als Feldwebel der Reserve nach Afghanistan und betreute dort Medienvertreter. Weber dürfte vielen noch besser als Schauspieler bekannt sein: Zehn Jahre lang gab er den Ermittler Stefan Deininger im Tatort des Saarländischen Rundfunks.

Hinter den Kulissen des Bahnhofsviertels

Seine Zeit als TV-Kommissar hilft ihm jetzt beim Schreiben. „Ich hatte die Chance, mich viel mit Polizisten zu unterhalten.“ Über die Schauspielerei habe er eine Menge über Dialoge oder den Spannungsaufbau von Szenen gelernt. „Das hat mir auf jeden Fall viel Handwerkszeug mitgegeben, auf dem ich dann beim Schreiben aufbauen konnte“, sagt Weber.

Der Krimi „Asphaltseele“ ist nicht Webers erster Krimi. Zuvor hatte er zwei Bände mit Ermittler Kurt Grewe geschrieben. „Der hat sich aus Verlagssicht wohl nicht gut genug verkauft, um auf eine Fortsetzung zu vertrauen“, räumt Weber ein. Vielleicht hilft ja nun Frankfurt als Tatort. (dpa)

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