Berufung vor dem Landgericht

Betrunkenen im Wald ausgesetzt: Polizisten erneut vor Gericht

Frankfurt - Zwei Polizisten setzten einen Betrunkenen abends im Frankfurter Stadtwald aus und überließen den Mann sich selbst. Seit heute müssen sie sich deswegen zum zweiten Mal vor Gericht verantworten.

In einem ersten Prozess waren sie vom Amtsgericht Frankfurt wegen Nötigung zu Geldstrafen von 6300 und 4500 Euro (jeweils 90 Tagessätze) verurteilt worden. Nachdem die beiden, die Staatsanwaltschaft und das Opfer als Nebenkläger Berufung eingelegt hatten, beschäftigt sich nun das Landgericht mit dem Fall.

Die Beamten hatten im Juli 2011 dem im Bahnhofsviertel randalierenden Mann einen Platzverweis erteilt. Sie sollen dann mit einem Polizeiwagen in die Nähe der S-Bahn-Station Stadion gefahren sein und den Mann auf einem Waldweg zurückgelassen haben. Eine Stunde später wurde der verletzte Mann hilflos aufgefunden.

Nach Auffassung der Anklage lag ein Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit vor. Die 35 und 31 Jahre alten Angeklagten müssten nicht nur wegen Nötigung, sondern auch wegen Freiheitsberaubung und Amtsträgermissbrauch verurteilt werden. Die Verteidigung betont indes, das sogenannte Verbringungsgewahrsam sei in Frankfurt bei Platzverweisen üblich gewesen. Für den neuerlichen Prozess sind bislang vier weitere Verhandlungstage vorgesehen. (dpa)

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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