Ein Jahr und neun Monate

Bewährungsstrafe nach „Blockupy“-Krawallen

Frankfurt - Wegen seiner aktiven Beteiligung an den "Blockupy"-Krawallen zur Eröffnung der Europäischen Zentralbank im März 2015 ist ein Mann in Frankfurt zu einem Jahr und neun Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Das Amtsgericht ging von Landfriedenbruch aus und verhängte zusätzlich eine Geldauflage von 500 Euro. Nach Auffassung des Gericht hatte der Erzieher (24) aus Nürnberg drei Mal mit Pflastersteinen geworfen, wobei besonders durch die beschädigten Fensterscheiben im Frankfurter Bürgeramt ein hoher Schaden angerichtet wurde. Die anderen Steinwürfe galten einer Bankfiliale und einer Werbetafel. Menschen wurden durch die Gewaltaktion nicht direkt gefährdet. Der zunächst mit Sturmhaube und in schwarzer Kleidung auftretende Angeklagte steckte laut Urteil aber auch noch mehrere Mülltonnen an, ehe er sich in einem Hinterhaus umzog, um fortan wie ein normaler Demonstrant auszusehen.

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Vor Gericht schwieg der Mann zu den Vorwürfen. Drei Polizisten identifizierten als Zeugen jedoch einen vermummten und gewalttätigen Demonstranten anhand seiner Größe und eines ungewöhnlichen Ganges als den Angeklagten. Deren Aussage wurde von Gericht und Staatsanwaltschaft als glaubwürdig und nachvollziehbar angesehen. Im Strafmaß blieb das Gericht beim Antrag der Staatsanwaltschaft - die Verteidigung wollte zu viele Zweifel an der Täterschaft ihres Mandanten erkannt haben und forderte deshalb einen Freispruch. dpa

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Rubriklistenbild: © dpa

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