Fünf Jahre Ausstellung, eine Million Besucher

Filmmuseum feiert seinen Erfolg

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Neu kuratiert: Zum Fünfjährigen hat das Deutsche Filmmuseum seine Dauerausstellung überarbeitet.

Frankfurt - Das Deutsche Filmmuseum feiert: Seit fünf Jahren ist die Dauerausstellung auf zwei Etagen zu sehen. Etwa eine Million Filmfans kamen seitdem. Morgen können sich Besucher bei freiem Eintritt im Haus umsehen – und einige Neuheiten entdecken. Zum Geburtstag hat sich das Museum einen kleinen Relaunch geschenkt. Von Lisa Berins

Gekrümmt steht die grässliche Kreatur da: ein knorpeliges Etwas mit zugekniffenen Glubschaugen und blauen Adern, die sich unter der grauen Haut abzeichnen. Die Animatronik-Figur suchte im Film „Der Nachtmahr“ (2015) eine Jugendliche in ihren Albträumen heim, jetzt steht sie als neueste Errungenschaft im Foyer des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt. Eine Dauerleihgabe des Regisseurs und Bildhauers Akiz, erklärt Sammlungsleiter Hans-Peter Reichmann. Sie ist nicht die einzige Neuheit im Museum. Das Team hat den Filmraum in der zweiten Etage überarbeitet – ein kleiner Relaunch nach fünf Jahren. Im August 2011 war das Museum nach einem 12 Millionen Euro teuren Umbau neu eröffnet worden. Noch einmal 1,8 Millionen Euro wurden damals in die Neugestaltung der Dauerausstellung gesteckt. Es scheint sich gelohnt zu haben, wie Museumsleiterin Claudia Dillmann vorrechnet: Die Besucherzahl sei seitdem von 125.000 auf 200.000 im Jahr gestiegen. Etwa eine Million Filmfans hätten die Schau schon gesehen.

In der überarbeiteten Schau wird jetzt auf vier Leinwänden ein neuer Loop mit Filmausschnitten gezeigt: Durch den Vergleich verschiedener Szenen sollen die „Grundpfeiler der Bildsprache“ vermittelt werden, sagt Medienkurator Michael Kinzer. Die 216 Filmschnipsel sollen vorführen, wie zum Beispiel Licht oder eine Färbung Stimmung erzeugen können. „Es soll inspirieren, sich mit Filmen zu beschäftigen“, sagt Kinzer.

Aus dem Archiv hat Sammlungsleiter Reichmann für den Relaunch einige interessante Stücke geholt: Eine Szenen-Skizze für den Film „Die roten Schuhe“ (1948) etwa. Regisseur Hein Heckroth hat den Entwurf großformatig mit Ölfarbe auf Papier gepinselt; eine verträumt-verschleierte Berglandschaft mit einem tanzenden Mädchen mit roten Schuhen.

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Erstmals zu sehen sind unter anderem auch das Arbeitsdrehbuch von Wim Wenders zu „Der amerikanische Freund“ (1977), Anproben-Polaroids, die Klaus Kinski und Werner Herzog zeigen, und Arbeitsmaterialien wie ein Collageblock der Kostümbildnerin Barbara Baum. Über sie sei auch eine Einzelausstellung geplant, sagt der Reichmann, der längst nicht alle Schätze der Sammlung präsentieren kann: Ein großer Nachlass des österreichisch-schweizerischen Schauspielers, Regisseurs und Produzenten Maximilian Schell werde derzeit aufgearbeitet. Er wurde mit Hilfe der Hessischen Kulturstiftung erworben, tausende Umzugskartons mussten im Mai von der Alm nach Frankfurt gekarrt werden, erzählt Reichmann. Demnächst werde die Sammlung außerdem durch das Katja-Riemann-Archiv erweitert: „Sie wird uns auch das Schlagzeug aus dem Film ,Bandids‘ übergeben“, sagt der Sammlungsleiter.

Für die Zukunft hat sich das Filmmuseum, das seit zehn Jahren unter dem Dach des Deutschen Filminstituts steht, einiges vorgenommen: Nach Plänen von Direktorin Claudia Dillmann soll zum Beispiel der Bestand weiter digitalisiert und die Internetseite filmportal.de zu einem zentralen Ort für das deutsche Filmerbe ausgebaut werden. Allerdings habe die Institution auch mit finanziellen Problemen zu kämpfen: Eine Viertelmillion Euro fehle derzeit allein durch die Steigerung von Tarifen. Immerhin schafft es das Museum, über die Hälfte des 7,5 Millionen-Euro-Budget selbst zu erwirtschaften. Ein Renner sei die derzeit laufende „Aardman“-Schau über die Macher von „Shaun das Schaf“ und anderen Knet-Trickfilmen. „Es ist die erfolgreichste Sonderausstellung des Museums der letzten zwölf Jahre“, sagt Dillmann. Die Schau wurde verlängert und ist jetzt bis Januar zu sehen.

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