Fraport will Anreize für neue Airlines

Frankfurt/Langen - Der Flughafenbetreiber Fraport möchte mit finanziellen Anreizen neue Fluggesellschaften mit neuen Verbindungen nach Frankfurt locken. Wie das hessische Verkehrsministerium gestern mitteilte, hat Fraport einen entsprechenden Antrag gestellt. Das Ministerium unter Tarek Al-Wazir (Grüne) ist zuständig für die Prüfung des Antrags. Von Ralf Enders

Zudem habe Fraport beantragt, das Starten und Landen mit besonders lauten Flugzeugen im nächsten Jahr erneut teurer zu machen. Fraport wolle den lärmabhängigen Anteil am Gesamtentgelt, das die Fluggesellschaften für die Nutzung des Flughafens an Fraport entrichten, um durchschnittlich 15 Prozent erhöhen. Zudem soll die Nachrüstung der A-320-Familie mit lärmmindernden Wirbelgeneratoren finanziell belohnt werden, ebenso wie das satellitengestützte Präszisionsanflugverfahren GBAS

Das Ansinnen, zusätzliche Verbindungen zu belohnen, ist politisch heikel. Hier stelle sich die Frage „nach einer möglichen Diskriminierung einzelner Fluggesellschaften, die bereits jetzt schon viele Verkehre ab Frankfurt abwickeln“, sagt Ministeriumssprecher Marco Kreuter. Al-Wazir will externe Sachverständige mit der Prüfung beauftragen und „nach Recht und Gesetz“ entscheiden. „Politischer Abwägungsspielraum“ bestehe nicht.

Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte hatte bereits im Mai angekündigt, den Flughafen für Billigflieger stärker öffnen zu wollen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Langen erwartet in den nächsten Jahren vor allem wegen der Discount-Airlines wachsenden Luftverkehr. DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle sagte gestern, Ryanair, Easyjet & Co. drängten vor allem auf die Flughäfen in den Ballungszentren.

Bilder: Polizei räumt Teile des Frankfurter Flughafens

Rubriklistenbild: © dpa

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