Evakuierung in Frankfurt

Sicherheitsmitarbeiter schuld an Flughafen-Teilräumung

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Frankfurt - Es war menschliches Versagen - ein "individueller Fehler" bei der Sicherheitskontrolle einer Irakerin, der am Mittwoch zu einer teilweisen Räumung eines Terminals am Frankfurter Flughafen führte. Nun soll die Panne aufgearbeitet werden.

Zu langsam reagiert, nicht genau hingeschaut? Für die teilweise Räumung eines Terminals am Flughafen Frankfurt am Mittwoch ist nach Angaben des Betreibers Fraport das Fehlverhalten eines Beschäftigten einer Tochterfirma verantwortlich. Die Bundespolizei hat bei der Sicherheitsfirma Maßnahmen veranlasst, die "das Restrisiko von individuellen menschlichen Fehlern" minimieren sollen, teilte ein Sprecher am Freitag mit. In einer Fraport-Mitteilung hieß es, der Flughafenbetreiber und das Tochterunternehmen FraSec stünden "in engem Kontakt mit den Behörden, um den Sachverhalt gemeinschaftlich aufzuarbeiten". Noch immer wird untersucht, wie eine 25-jährige Irakerin, die mit zwei kleinen Kindern reiste, in den Sicherheitsbereich des Flughafens gelangen konnte, obwohl ihre Kontrolle noch nicht abgeschlossen war.

Bei der Kontrolle des Handgepäcks der in die USA reisenden Frau gab es einen Hinweis auf Sprengstoffspuren - ein Fehlalarm, wie sich später herausstellte. In derartigen Fällen muss die Bundespolizei sofort zur Kontrolle hinzugezogen werden. Doch als die Beamten eintrafen, war die Frau weg: Sie glaubte, die Kontrolle sei bereits beendet. Hier kam es offenbar zur Panne, denn üblicherweise werden Reisende nicht in den Sicherheitsbereich durchgewunken, solange der Sicherheitscheck nicht abgeschlossen ist. Obendrein hatten die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sie aus den Augen verloren. Da nicht bekannt war, was die Frau möglicherweise bei sich hatte, wurde das Terminal teilweise geräumt, alle Passagiere mussten sich einer erneuten Kontrolle unterziehen. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen, tausende Passagiere mussten Verspätungen in Kauf nehmen oder verpassten ihre Anschlüsse.

Bilder: Polizei räumt Teile des Frankfurter Flughafens

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Missverständnis sorgt für Teilräumung des Flughafens

Auch wenn ein Terrorismus-Verdacht gegen die Irakerin mittlerweile ausgeschlossen wird: "Die Sicherheit unserer Gäste steht am Flughafen Frankfurt an oberster Stelle", betonte Fraport-Vorstandsmitglied Anke Giesen am Freitag. Nach dem Vorfall hält die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine Überarbeitung der Flughafenkontrollen für notwendig. Der Überblick drohe verloren zu gehen, kritisierte Sven Hüber, stellvertretender GdP-Vorsitzender in der Bundespolizei, in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme. Die GdP schlage die Gründung eines "Bundesamts Luftsicherheit" vor, das die Aufgaben bündele. dpa

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