Prozess um Tod einer jungen Mutter

Frau erwürgt und in Müll geworfen: Lange Haftstrafe

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Der Täter entsprgte die Leiche im Müll, die Leichenteile wurden erst Wochen später auf einer Mülldeponie bei Frankfurt gefunden.

Frankfurt - Wochen nach dem Verschwinden einer jungen Frau in Frankfurt werden Leichenteile auf einer Mülldeponie entdeckt. Vor Gericht gesteht ihr Ex-Freund die Tat, nun muss er lange hinter Gitter.

Er hat seine Freundin erwürgt und ihre Leiche in eine Mülltonne geworfen. Dafür ist ein 24-Jähriger nun vom Landgericht Frankfurt zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer ging bei ihrem Urteil von Totschlag aus. Die Tat hatte sich im Juli vergangenen Jahres in der Wohnung der Frau im Frankfurter Nordend ereignet. Nach einer verbalen Auseinandersetzung drückte der Täter so lange den Hals der Frau zu, bis sie im Gesicht blau anlief. Danach wickelte er die Leiche in einen Bettbezug und steckte sie in den Müllcontainer vor dem Haus.

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Erst einige Wochen später hatte die intensive Suchaktion nach der vermissten Frau Erfolg: Auf einer Mülldeponie im Main-Taunus-Kreis wurden Knochenreste gefunden, die von der Toten stammten. Der Mann war mehrere Tage nach der Tat festgenommen, weil er sich bei einer Bekannten verplaudert und von einer Beerdigung der vermissten Frau gesprochen hatte. Über das Motiv für die Tat herrschte auch nach mehreren Wochen Beweisaufnahme Unklarheit. In seinem Geständnis sagte der Angeklagte, die Frau habe ihn bei dem Streit als "Hurensohn" bezeichnet, der zu seinen "Junkie-Freunden" zurückgehen solle. Die Richter äußerten jedoch Zweifel daran, dass dieser Satz das Fass zum Überlaufen gebracht habe.

Auch ein möglicher Streit um das Sorgerecht für den gemeinsamen kleinen Sohn sei als Tatmotiv eher unwahrscheinlich, sagte der Vorsitzende Richter. Das Kind war zum Zeitpunkt der Tat bereits in der Obhut des Jugendamtes - dessen Mitarbeiter hatten es aus der völlig verwahrlosten Wohnung geholt.

Der Vorsitzende Richter sprach in der Urteilsbegründung von einem "traurigen Ende einer für beide Partner nervenaufreibenden Beziehung". Täter und Opfer seien von früher Jugend an dem Drogenkonsum verfallen gewesen und sowohl im familiären Kreis wie auch im Umgang mit Ämtern "nicht absprachefähig" gewesen. Stattdessen hätten sie eine "On-Off-Beziehung" gelebt. Anhaltspunkte für eine Mordtat sah das Gericht nicht. Das Opfer habe bereits im Vorfeld Befürchtungen geäußert und sei deshalb möglicherweise nicht mehr arglos gewesen. Der Umstand, dass der 24-Jährige die Leiche in die Mülltonne geworfen hatte, wurde ausdrücklich nicht strafverschärfend gewertet. "Um die Leiche verschwinden zu lassen, blieb dem Angeklagten quasi keine andere Wahl", sagte der Vorsitzende Richter. "Spuren verwischen darf jeder Täter". Dank der Sicherstellung von Knochenresten auf der Mülldeponie sei aber wenigstens noch eine Beerdigung der Toten möglich geworden. Mit dem Strafmaß blieb das Gericht hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft von 14 Jahren zurück. Die Verteidigerin hatte neun Jahre Haft gefordert. (dpa)

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