Flughafen-Zoll zieht fast 16 Tonnen aus dem Verkehr

Gefälschte Luxuswaren im Wert von 25 Millionen sichergestellt

+
Der Zoll entdeckte Plagiate von Luxusprodukten am Flughafen Frankfurt.

Frankfurt - Kanariengelbe Männer-Unterhosen, opulente Damentaschen, modische Sonnenbrillen, Turnschuhe, Badeanzüge: Tausende nachgemachter Exemplare hat der Zoll am Frankfurter Flughafen beschlagnahmt - so viel wie nie zuvor.

Fast 16 Tonnen gefälschter Luxusprodukte hat der Zoll am Frankfurter Flughafen aus dem Verkehr gezogen. Es ist der umfangreichste Fund von Fälschungen an Deutschlands größtem Airport, wie der Zoll heute mitteilte. Auf dem Markt hätten die mehr als 130.500 nachgemachten Artikel einen Wert von fast 25 Millionen Euro gehabt. Die Ware steckte in Sendungen aus China. Diese sollten nach Russland und in die Ukraine gehen. Der Chef des Hauptzollamts Frankfurt, Albrecht Vieth, wertete den "Mega-Aufgriff" als größten Erfolg seiner Behörde im Kampf gegen international agierende Marken- und Produktpiraterie. Unter den sichergestellten Produkten fand sich fast alles, was im Sommer modisch angesagt ist: Badeanzüge, 86.500 Sonnenbrillen, 15.600 Poloshirts, Unterhosen und andere Kleidungsstücke und mehr als 9000 Paar Schuhe. Dazu Handtaschen, Ladegeräte und Akkus für Mobiletelefone sowie gefälschte Kopfhörer. Die gefälschten Waren trugen die Labels von insgesamt 137 bekannten Mode- und Sportmarken.

Gefälschte Sonnenbrillen liegen auf einem Tisch. Der Zoll am Frankfurter Flughafen hat bei Warenkontrollen zwischen dem 29. März und dem 9. Mai 2016 insgesamt 15,6 Tonnen gefälschte Waren sichergestellt.

"Alles dabei, was Rang und Namen hat", sagte Vieth. Die betroffenen Firmen arbeiteten bei der Identifizierung der Waren mit. Die Vorliebe von Fälschern für hochpreisige Produkte begründete der Zoll mit der erzielbaren hohen Rendite. Den Fund machte der Zoll zwischen Ende März und Anfang Mai. Die Waren steckten in einer Serie von sieben Lieferungen mit insgesamt 42 Tonnen Fracht - die Fälschungen machten gut ein Drittel der Gesamtlieferung aus. Die Fälschungen wurden in hessischen Müllheizkraftwerken verheizt. Nach Angaben des Zolls erlaubt eine seit März geltende EU-Verordnung, nicht für die EU bestimmte Transitwaren zu kontrollieren. Zuvor sei dies nicht möglich gewesen. (dpa)

Flughafen Frankfurt: Die kuriosen Funde des Zolls

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion