Reiseveranstalter Thomas Cook feuert Manager

Gericht: Kündigung wegen "Negerkuss" unverhältnismäßig

Frankfurt - Weil er in der Kantine einen "Negerkuss" bei einer aus Kamerun stammenden Frau bestellte, hat das Reiseunternehmen Thomas Cook einen langjährigen Mitarbeiter fristlos entlassen.

Zu Unrecht, wie das Arbeitsgericht Frankfurt nach Mitteilung vom Dienstag entschied. Das Vorgehen des Arbeitgebers sei unverhältnismäßig. Die Süßigkeit mit einer Waffel und einem Schokoüberzug ist auch unter dem Namen Schokokuss bekannt. Da der Mann aus dem mittleren Management mehr als zehn Jahre ohne Beanstandungen gearbeitet habe, sei ohne vorherige Abmahnung weder eine außerordentliche fristlose noch eine ordentliche Kündigung gerechtfertigt, befand das Arbeitsgericht.

Gegen das Urteil der 15. Kammer kann Berufung eingelegt werden. Ein Thomas-Cook-Sprecher sagte, man werde vor weiteren Schritten die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. Es habe sich aber um keinen einmaligen Vorfall gehandelt, sondern um eine fortgesetzte Provokation gegen die betroffene Person über einen längeren Zeitraum. Als multikulturelles Unternehmen setze sich Thomas Cook gegen jede Form der Diskriminierung ein. (dpa)

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