Verband beklagt: Viele Anlagen veraltet

Heizölpreis in Hessen niedrig

Frankfurt - Auch mittelfristig dürften die Nutzer von Ölheizungen von den gesunkenen Preisen profitieren. Von Marc Kuhn 

„Verbraucher sollten die günstigen Preise auch während der Sommermonate nutzen, um sich für den Winter zu bevorraten“, erklärte Jörg Lenk, Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH), gestern in Frankfurt. „In den kommenden Wochen erwarten wir eine relativ stabile Preisentwicklung mit den üblichen tagesaktuellen Schwankungen. “ Bernd Schilly vom Verband ergänzte: „Der Preis ist nicht gut, sondern sehr gut. “ Derzeit koste ein Liter Heizöl in Hessen durchschnittlich zwischen 50 und 52 Cent bei einer Bestellung von 3 000 Litern, berichtete der VEH. Im vergangenen Monat sparten hessische Verbraucher beim Kauf von 3 000 Litern Heizöl etwa 19 Prozent gegenüber Juli des vergangenen Jahres. Ende 2013 habe der Preis in Deutschland bei rund 85 Cent, 2014 bei 60 Cent und Ende 2015 bei etwa 46 Cent gelegen.

Ein Grund für die gefallenden Kosten sind die Rohölpreise. Der Markt werde sich bei 50 oder 60 Dollar pro Barrel Rohöl einpendeln, schätzte VEH-Geschäftsführer Hans-Jürgen Funke. Als Grund nannte er unter anderem ein moderates Wachstum der Weltwirtschaft und den Iran, der mehr Öl produzieren will.

Die Kunden reagieren nach den Worten von Funke sehr sensibel auf die Entwicklung der Heizölpreise. Sie würden auf die günstigeren Preise zum Kaufen warten, meinte auch Schilly. „Der Tank wird als Preispuffer eingesetzt.“ Derweil ist der Absatz von Heizöl in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland von rund 35 auf etwa 16 Millionen Tonnen jährlich gefallen. In Hessen sind 2015 knapp 1,5 Millionen Tonnen verkauft worden.

Rund 5,6 Millionen Ölheizungen gibt es in Deutschland. „Mehr als die Hälfte der über 500.000 Ölheizungen in Hessen sind heute älter als 20 Jahre und arbeiten daher ineffizient“, erläuterte der VEH. Mit einer Modernisierung beziehungsweise durch den Tausch des alten Kessels gegen ein modernes Brennwertgerät lasse sich teilweise bis zu 30 Prozent Heizöl, CO2 und Kosten sparen. Eine Ölheizung kostet nach Angaben von Schilly zwischen 8 000 und 10.000 Euro.

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