Vorstoß von Ordnungsdezernent Markus Frank

Kein Alkohol mehr auf Frankfurts Einkaufsstraße Zeil?

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Frankfurt - Frankfurts Ordnungsdezernent Markus Frank denkt darüber nach, ob es nicht sinnvoll wäre, auf der Einkaufsstraße Zeil Alkohol zu verbieten.

Kein Alkohol mehr auf der Zeil? Darüber denkt zumindest Frankfurts Ordnungsdezernent Markus Frank nach. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, sei der CDU-Politiker regelrecht entsetzt, wie viele Betrunkene am helllichten Tag ihren Rausch auf der belebten Einkaufsstraße ausschlafen. „Das können wir so nicht akzeptieren“, sagte Frank gegenüber der Zeitung. Keine wirklich neue Erkenntnis, aber doch ein erster Vorstoß, den Frank da unternimmt. Die Polizei brauche eine rechtliche Grundlage, um die Obdachlosen in Hilfseinrichtungen zu bringen, findet der Ordnungsdezernent. Dabei gehe es sicher nicht darum, den Frankfurtern das Feierabend- Bier zu verbieten, sondern nur um die Extremfälle. (dani)

Eindrucksvolle Bilder der Frankfurter Skyline

In anderen hessischen Städten ist man bereits weiter. Die Probleme mit öffentlichem Alkoholkonsum sind vielerorts einer Umfrage zufolge größtenteils eingedämmt. Kassel zum Beispiel hat seit vier Jahren einen Trinkraum - es war der erste dieser Art in Hessen. Dieser werde nach wie vor genutzt, sagte ein Stadtsprecher. Im Winter kommen bis zu 90 Menschen pro Tag. Damit will die Stadt Alkoholabhängige von der Straße holen. Sie können dort abseits der Öffentlichkeit mitgebrachtes Bier oder Wein trinken, nicht aber harte Alkoholika. Ausgeschenkt wird Alkohol nicht. Die Stadt unterstützt den Trägerverein des Trinkraums mit rund 77.000 Euro pro Jahr.

In Fulda darf seit 2013 an zwei öffentlichen Plätzen niemand mehr zur Flasche greifen. Der Magistrat hatte damals das Verbot verabschiedet. Zu dieser Zeit gab es viele alkoholbedingte Straftaten wie Pöbeleien, Belästigungen oder Körperverletzungen, wie ein Sprecher mitteilte. Diese sind laut Ordnungsamt in Folge des Alkoholverbots "deutlich zurückgegangen". Eine Ausweitung der Maßnahme sei nicht geplant. Auch in Wiesbaden gab es vor einigen Jahren Schwierigkeiten mit einer Trinkerszene, die sich auf dem Platz der Deutschen Einheit regelmäßig versammelte, wie ein Sprecher des Ordnungsdezernats berichtete. 2008 reagierte die Stadt und verhängte eine Alkoholverbotszone. Diese Maßnahme habe sich bis dato "bestens bewährt". Die Trinkerszene habe sich zwar verlagert, sei aber geschrumpft. Die Drogen- und Alkoholproblematik habe sich enorm reduziert. Die Stadt Gießen überlegt wie Frankfurt noch, ob es ein Verbot für das öffentliche Alkoholtrinken in der Innenstadt geben soll. Zunächst müsse abgewartet werden, ob nicht auch andere Maßnahmen genügen, beispielsweise mehr Straßensozialarbeit oder die Wiedereinführung eines Freiwilligen Polizeidienstes, sagte eine Magistratssprecherin.

Andere hessische Städte wie Limburg, Hanau oder Wetzlar  haben kaum mit Problemen wegen des öffentlichem Alkoholkonsums zu kämpfen. "Sicherlich gibt es hier und da mal Vorfälle", sagte ein Sprecher der Stadt Limburg. "Es artet aber nicht aus und ist kontrolliert." Über ein Alkoholverbot werde nicht diskutiert. Auch die Stadt Wetzlar zeigt sich entspannt: "Ein Alkoholverbot gibt es nicht, und es ist auch keins in Planung." In Hanau ist der öffentliche Konsum von Alkohol "in einer für Dritte beeinträchtigenden Art" verboten. (dpa)

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