Hauptsitz nach Frankfurt

Kommentar: Briten für Börsenfusion

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Bei der Brexit-Entscheidung haben sich viele verzockt – auch die Deutsche Börse. Hätten sich die Engländer für einen Verbleib in der EU ausgesprochen, wäre die Fusion mit der London Stock Exchange viel leichter umzusetzen. Von Marc Kuhn 

Ihre Aktionäre haben nun für den Zusammenschluss votiert – keine Überraschung, schließlich soll der Firmensitz in London sein. Da die Briten bekanntermaßen aus der Union flüchten wollen, hat das Ergebnis der Abstimmung aber keinen großen Stellenwert. Vielmehr kommt es auf die Aktionäre der Deutschen Börse und die Aufsichtsbehörden an. Den Anteilseignern liegen die Unterlagen zum Umtausch der Papiere bereits vor. Sie halten sich indes bisher zurück. Zu groß scheint die Verunsicherung nach dem Wunsch zum Brexit. Kaum vorstellbar, dass die Finanzaufsicht Bafin die Fusion mitträgt – solange das fusionierte Institut in der britischen Hauptstadt residieren will.

Schließlich kann das Unternehmen seine Geschäfte nicht von einem Standort außerhalb der EU leiten. Deshalb könnte das gesamte Rhein-Main-Gebiet indirekt von einem Brexit profitieren, wenn die zusammengeschlossene Börse ihren Sitz doch in Frankfurt finden würde. Geld, Arbeitsplätze und Knowhow würden in die Region fließen. Die Kaufkraft würde steigen. Noch mehr Wohnungen müssten gebaut werden. Auch Stadt und Kreis Offenbach sowie Hanau würden einen Teil vom Kuchen abbekommen. Nicht nur deshalb ist der Zusammenschluss der Börsen wünschenswert. Es würde ein schlagkräftiges Unternehmen entstehen, das in der Weltwirtschaft ein viel größeres Gewicht hätte als die beiden Aktienhändler bisher.

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