„Für einen gerechten Welthandel“

Über 10.000 Menschen bei Demo gegen TTIP und Ceta

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Frankfurt - Unsozial, unökonomisch und unfair sind die Freihandelsabkommen TTIP und Ceta in den Augen der Kritiker. In Frankfurt gingen sie am Samstag, wie in anderen deutschen Städten auch, auf die Straße und machten ihrem Ärger Luft.

Gegen die Freihandelsabkommen TTIP und Ceta haben am Samstag in Frankfurt mehr als 10.000 Menschen demonstriert. Die Polizei zählte rund 15.000 Teilnehmer, die Veranstalter sprachen von 50.000. Unter dem Motto "Für einen gerechten Welthandel" waren Bauern mit ihren Treckern ebenso gekommen wie Vertreter von Gewerkschaften, Umweltschutzverbänden und Parteien. Auch Flughafengegner sowie Familien mit Kindern waren unter den Demonstranten, die friedlich, bunt und laut durch die Innenstadt zogen. Auf Plakaten und Transparenten forderten sie "Keine wirtschaftskonforme Demokratie", "Brecht die Macht der Konzerne" oder einfach "TTIP stoppen". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wurden auf manchem Plakat direkt angesprochen: "Merkel & Gabriel: Still und heimlich wollt Ihr die Demokratie verkaufen". Ein als Huhn verkleideter Demonstrant verkündete: "Chlorhühnchen, nein Danke!"

"TTIP bedeutet einen direkten Angriff auf die bäuerliche Landwirtschaft", sagte Milchbauer Moritz Schäfer während der Auftaktkundgebung am Opernplatz. Alexis Passadakis vom Antiglobalisierungsbündnis Attac Frankfurt rief den Teilnehmern zu: "TTIP und Ceta sind unsozial und unökonomisch. Sie wackeln, das ist unser Verdienst." Aufgerufen zu den Kundgebungen in insgesamt sieben deutschen Städten hatte ein Bündnis aus Gewerkschaften, Umweltverbänden und kirchlichen Gruppen. Sie befürchten, dass durch die Abkommen, die zwischen der EU und den USA (TTIP) sowie Kanada (Ceta) geschlossen werden sollen, Umwelt- und Sozialstandards ausgehöhlt werden. Befürworter versprechen sich von den Freihandelsabkommen eine Ankurbelung des Wirtschaftswachstums. dpa

Bilder zu TTIP und Ceta: Demonstrationen in Frankfurt und Co.

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