Neue Verbindung zwischen Frankfurt und Hanau

Minister Al-Wazir fordert Bau der Nordmainischen S-Bahn

Frankfurt/Hanau - Die neue Strecke soll helfen, die Verkehrsbelastung zwischen Hanau und Frankfurt zu entlasten. Der hessische Verkehrsminister setzt sich für das Schienenprojekt ein. Derzeit werden Einwendungen im Frankfurter Abschnitt diskutiert.

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hat die Bedeutung des Baus der Nordmainischen S-Bahn hervorgehoben. Die geplante neue Verbindung zwischen Frankfurt und Hanau sei "dringend erforderlich, um die zukünftigen Verkehrsströme im Rhein-Main-Gebiet zu bewältigen und gleichzeitig die Kapazität des Schienenknotens Frankfurt für den Fernverkehr zu gewährleisten", sagte Al-Wazir anlässlich eines Anhörungsverfahrens. Von Dienstag bis Donnerstag werden in Frankfurt 51 Stellungnahmen von Behörden und Verbänden sowie 42 Einwendungen von Privatpersonen erörtert, wie das Regierungspräsidium Darmstadt mitteilte. Das RP ist die Genehmigungsbehörde und moderiert das Verfahren. Anlieger befürchten zum Beispiel Lärm, Erschütterungen und einen Wertverlust ihrer Grundstücke an der Strecke, wie das RP mitteilte.

Die Nordmainische S-Bahn soll über rund 20 Kilometer von Hanau nach Frankfurt führen und acht Stationen haben. Die beiden Gleise sollen weitgehend neben bestehende Schienen gelegt werden, die bisher auch von anderen Zügen genutzt werden. Das Planfeststellungsverfahren wird in drei Abschnitte für Hanau, Maintal und Frankfurt gegliedert. Die Kosten der Verbindung werden auf mehrere hundert Millionen Euro veranschlagt. Daran beteiligen sich der Bund, das Land, der Main-Kinzig-Kreis sowie die Städte Frankfurt, Hanau und Maintal. Laut DB Netz AG als Antragsstellerin soll der Neubau der Strecke zu einer Trennung der Nahverkehrszüge (S-Bahnen) von den durchfahrenden Zügen des Fernverkehrs, des Güterverkehrs und des schnellen Nahverkehrs führen. Der Verkehrsknoten Frankfurt würde entlastet, Kapazitäten für den Fern- und Güterverkehr würden frei.

Al-Wazir sagte zum Nutzen der S-Bahn, sie werde Fahrgästen einen dichteren Zeittakt sowie moderne und barrierefreie Stationen bieten. "Das macht sie zu einer attraktiven Alternative für Berufspendler. So entlastet sie das Straßennetz und trägt dazu bei, die Mobilität im Ballungsraum aufrechtzuerhalten", erläuterte der Minister. Al-Wazir rief dazu auf, sich am Anhörungsverfahren zu beteiligen: "Nur wer seine Einwände vorbringt, hat auch eine Chance, dass sie berücksichtigt werden". Das Verfahren siehe vor, dass jede Einwendung geprüft werde, gegebenenfalls würden Änderungen vorgenommen.

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Die Nordmainische S-Bahn steht Al-Wazir zufolge im Entwurf des Bundesverkehrsplans 2030. Die Strecke sei dem Schienen-Großknoten Frankfurt zugeordnet. Der Knoten Frankfurt zähle zum sogenannten Vordringlichen Bedarf und zur Engpassbeseitigung, also der höchsten Kategorie im Bundesverkehrswegeplan. Projekte dieser Kategorie sollen bis zum Jahr 2030 abgeschlossen sein. "Deshalb hoffe ich, dass die Nordmainische S-Bahn möglichst bald Baurecht bekommt", sagte er. Bereits vor dem Start des Anhörung hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) angekündigt, sich nicht am Verfahren zu beteiligen. Verkehrlich sinnvolle Änderungen seien nicht mehr zu erwarten. Der VCD habe Vorschläge gemacht, wie die neuen Gleise für den gesamten Personen- und Güterverkehr von größerem Nutzen sein könnten, berichtete der ökologisch orientierte Verband. Doch gegen "den Tunnelblick der Planungsbeteiligten" sei man machtlos. Der VCD sprach von "Fehlplanung". Mängel gebe es auch beim Lärmschutz.

dpa

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