Stilecht gen Kalifornien

Museumsdirektor Max Hollein in Frankfurt verabschiedet

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Ein VW Bully wartete auf Familie Hollein.

Frankfurt - Max Hollein, langjähriger Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt, des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung, verlässt Frankfurt in Richtung Kalifornien, wo er zum 1. Juni seine neue Stelle als Direktor des Fine Arts Museum of San Francisco antritt.

Gestern wurde er im Kaisersaal des Frankfurter Römers offiziell verabschiedet, im Beisein von rund 350 Honoratioren, Wegbegleitern und Freunden. Die schönste Überraschung hatten jedoch die Mitarbeiter ihrem scheidenden Chef bereitet: Nach der Feierstunde sang ein Mitarbeiterchor aus allen drei Häusern ein Abschiedsständchen. Den Heimweg trat Hollein mit seiner Familie in einem VW-Bus aus der Hippiezeit an.

In der Feierstunde hatte der Frankfurter Kulturdezernent Felix Semmelroth Holleins Verdienste für die Stadt Frankfurt hervorgehoben: „Die Kultur spielt in unserer Stadt eine besondere Rolle. Sie ist das entscheidende Element für unser Zusammenleben. Max Hollein hat diesen Wert früh erkannt und sich mit Nachdruck und Verve immer für das kulturelle Leben in dieser Stadt eingesetzt.“ Dankesworte gab es auch von Nikolaus Schweickart, dem Vorsitzenden der Städel-Administration, sowie dem Vorsitzenden der Schirn-Freunde, Christian Strenger.

Sylvia von Metzler, die Vorsitzende des Städelschen Museums-Vereins, erinnerte an Holleins Talent, viele Freunde für die drei Häuser zu gewinnen. Er habe es geschafft, die internationale Kunstszene, von Julian Schnabel über Jeff Koons bis Yoko Ono, wichtige Galeristen, Sammler und Museumsdirektoren aus aller Welt mit zahlreichen Frankfurter Kunstfreunden, Mäzenen und Unterstützern zusammenzubringen und damit einen lebendigen Ort des Austausches und der menschlichen Bereicherung entstehen zu lassen.

Impressionen von der „Nacht der Museen“ 2016

An Holleins 15 Jahre in Frankfurt, in denen er unter anderem den Um- und Ausbau des Städel vorantrieb, wofür er 52 Millionen Euro Spenden mobilisierte, populäre Ausstellungen inszenierte und das Museum digital erweiterte, erinnert künftig das Gemälde „Das rote Flugzeug“ (1932) von Franz Radziwill, das für die Städel-Sammlung erworben wurde. Der Künstler gilt als bedeutender Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Das Motiv passt nicht nur zur Flughafenstadt Frankfurt, sondern verweist auch auf Holleins Ankauftätigkeit, die Städel und Liebieghaus mehr als 2800 neue Werke bescherte.

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