„Spiegel TV“ berichtet

Schon 80 neue Hinweise im Fall des mutmaßlichen Serienmörders

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Frankfurt - Rund 80 Zeugen haben sich im Fall des mutmaßlichen Serienmörders Manfred S. bei der Polizei gemeldet - doch vor allem zwei Hinweise lassen die Ermittler aufhorchen. Ist der entscheidende Tipp dabei? Das Fernsehmagazin „Spiegel TV“ hatte ebenfalls ausführlich über den Fall berichtet.

Im Fall des mutmaßlichen Serienmörders aus Schwalbach am Taunus sind beim Landeskriminalamt (LKA) rund 80 Zeugenhinweise eingegangen. "Eine ganz geringe Zahl davon ist vielversprechend, aber wir müssen die Hinweise weiter verifizieren", sagte der Sprecher des hessischen LKA, Christoph Schulte. Das gestern Abend ausgestrahlte Fernsehmagazin "Spiegel TV" hatte weitere Hinweise erbracht. Die Unauffälligkeit des Täters, der mit zehn Mordfällen in Verbindung gebracht wird, ist nach Einschätzung von Fachleuten typisch für einen sadistischen Mörder. Die ersten ungeklärten Fälle des möglichen Serientäters Manfred S. liegen weit zurück - bis Anfang der 1970er Jahre. Um mehr über den Verdächtigen zu erfahren, bitten die Ermittler die Öffentlichkeit um Hilfe und hoffen auf Hinweise. Psychologe Uwe Wetter aus Euskirchen bei Köln hält es wie andere Fachleute nicht für ungewöhnlich, dass der mutmaßliche Mörder möglicherweise jahrzehntelang nicht auffiel.

Leichenteile in Garage gefunden

"Das war kein Zufall. Um so fassungsloser ist man", sagte der Fachmann, der eine Praxis für Forensische und Klinische Psychologie betreibt, der dpa. "Den Täter müssen seine Fantasien ständig gequält haben, wahrscheinlich schon seit der Pubertät." Die Tochter hatte nach dem Tod ihres 67 Jahre alten Vaters vor rund zwei Jahren dessen gemietete Garage in Schwalbach am Taunus ausgeräumt. Darin lagerten blaue Plastikfässer mit Leichenteilen der Prostituierten Britta D., die seit etwa zehn Jahren zuvor gestorben war. Der Fund brachte die Ermittlungen gegen Manfred S. ins Rollen. "Für seine Tochter muss es der Hammer sein", sagte Wetter. Nicht nur ein Wechsel des Namens, sondern des gesamten sozialen Umfelds sowie eine Psychotherapie könnten der Frau aber helfen, mit ihren widerstrebenden Gefühlen umzugehen.

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Insbesondere, wenn sie den mutmaßlichen Serienmörder als liebevollen Vater wahrgenommen habe. Die Polizei könne in solchen Fällen psychologische Hilfe vermitteln, sagte LKA-Sprecher Schulte. Sie könne sich auch als Ansprechpartner zur Verfügung stellen und helfen, wenn Angehörige von Tätern woanders ein neues Leben beginnen wollten. "Opferschutz wird bei uns groß geschrieben." Für die Angehörigen der Getöteten sei es sicherlich "krass, festzustellen, dass es ein Serientäter war, den die Polizei nicht dingfest gemacht hat", sagt Psychologe Wetter. Da kämen Gedanken auf wie: "Dann hätte mein Verwandter vielleicht verschont werden können". Andererseits hätten die Angehörigen jetzt die Möglichkeit, ihre Trauer zu bewältigen und sie abzuschließen. Denn nun wüssten sie, wer der Täter ist, dass er nicht mehr zuschlagen kann und mit dem Tod auch auf eine Art bestraft sei.

Bilder: Der Mordfall des Schülers Tristan Brübach

Hinweise, die auch im Einzelfall vertraulich behandelt werden können, nimmt das Hessische Landeskriminalamt unter der Rufnummer 0611/83-8383 oder per Mail unter alaska.hlka@polizei.hessen.de entgegen. Lesen Sie auch: Serienmord in Hessen: LKA bittet um Hilfe

dpa/dr

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