Etwa 80 Personen versammeln sich an zwei Orten

Auseinandersetzung zwischen Rockern verhindert

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Frankfurt - Gerade noch rechtzeitig hat die Polizei eine Auseinandersetzung zwischen zwei rivalisierenden Rockergruppen vereitelt. Die Anwesenden hatten auch Waffen dabei.

Brisanter Einsatz für die Polizei in Frankfurt: Mit zahlreichen Einsatzkräften erfolgten gestern Abend Kontrollen zweier Gruppen aus dem Rockermilieu, von denen sich eine um 22.30 Uhr zunächst am Friedrich-Stoltze-Platz traf. Die zweite Gruppe hatte sich ab 23.30 Uhr auf dem Festplatzgelände vor der Eissporthalle versammelt. „Es bestand die Vermutung, dass die etwa 50 Personen umfassende Gruppe vom Festplatzgelände in die Innenstadt aufbrechen wollte, um auf die rivalisierende Gruppe von etwa 30 Personen zu treffen“, hieß es in der Mitteilung der Polizei. Bei den 50 Personen soll es sich um türkischstämmige, bei den 30 um kurdischstämmige Rocker gehandelt haben.

Um eine Aufeinandertreffen zu verhindern, kontrollierte die Polizei an beiden Örtlichkeiten die Rocker. Zur Unterstützung setzten die Beamten auch einen Polizeihubschrauber ein. Bei den Kontrollen wurden ein Messer, ein Schlagring und eine scharfe Schusswaffe gefunden. Die Waffen waren jedoch noch vor dem Beginn der Durchsuchungen im Gebüsch entsorgt worden. „Diesbezüglich dauern die Ermittlungen an“, erklärte die Polizei. Festnahmen gab es keine.

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Auch die Hintergründe waren zunächst unklar. Nach Angaben einer Polizeisprecherin können politische Motive nicht ausgeschlossen werden. Am Abend hatte die türkische Fußball-Nationalmannschaft in der EM Tschechien mit 2:0 besiegt. Ein Zusammenhang mit einer Schießerei am Himmelfahrtstag sei hingegen unwahrscheinlich, sagte die Sprecherin. Damals waren bei einer Auseinandersetzung auf dem Friedrich-Stoltze-Platz zwei Männer durch Schüsse schwer verletzt worden.

Nach den Kontrollen verließ die kurdischstämmige Gruppe den Friedrich-Stoltze-Platz ohne weitere Zwischenfälle. Den mit verschiedenen Fahrzeugen angereisten Rockern auf dem Festplatzgelände wurde ein Platzverweis erteilt. Die Polizisten begleiteten sie anschließend aus der Stadt. „Die Polizei wird auch weiterhin entschlossen und konsequent gegen Mitglieder von Rocker- oder rockerähnlichen Gruppen vorgehen“, kündigten die Beamten an.

dani/dpa

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