Prozess vor Frankfurter Landgericht

Betrug: Winterstiefel am Äquator

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Frankfurt - Absurd wie unverschämt: Ab heute stehen Männer vor dem Frankfurter Landgericht, die kaputte und unbrauchbare Schuhe nach Afrika geliefert haben. Darunter auch gefütterte Hausschuhe.

Wegen mehrerer Lieferungen unbrauchbarer und kaputter Schuhe nach Afrika und Asien haben sich ab heute zwei Geschäftsleute vor dem Landgericht Frankfurt zu verantworten. Hauptangeklagter ist ein 39 Jahre alter Geschäftsführer einer Export-Vertriebsgesellschaft wegen Betruges - seinem 54 Jahre alten ehemaligen Lageristen wird Beihilfe vorgeworfen. Der Anklage zufolge lieferten die Männer in 30 Fällen angeblich aus Schuhcontainern stammende und desinfizierte Schuhe in verschiedene zentralafrikanische Länder und in die Mongolei. Am Zielort stellte sich heraus, dass die Winterstiefel und gefütterten Hausschuhe in den Ländern am Äquator völlig fehl am Platz waren. Andere Schuhe waren kaputt und mussten sofort entsorgt werden. Der Schaden beläuft sich laut Anklage auf rund 650.000 Euro. Geplant sind 24 Fortsetzungsterminen bis Januar nächsten Jahres.

Der Prozess wurde heute mit mehreren Anträgen der Verteidiger eröffnet.Wegen der Besetzungsrüge der Rechtsanwälte konnte die Anklageschrift zum Verhandlungsauftakt nicht verlesen werden. Sie soll am Freitag vorgetragen werden. Dem Vernehmen nach hatte der Hauptangeklagte die Vorwürfe während des Ermittlungsverfahrens bestritten. Er sitzt seit Februar in Untersuchungshaft. Die Kontakte zu den afrikanischen Importfirmen kamen über das Internet zustande. Offenbar gibt es in Afrika einen großen Markt für gebrauchte Schuhe aus europäischen Schuhcontainern. Die gelieferten und absprachewidrig nicht desinfizierten Schuhe mussten jedoch zum Großteil entsorgt werden. dpa

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