Prozess am Landgericht Frankfurt

Vater mit Beil erschlagen: Haftstrafe für Sohn

Frankfurt - Ein 44-Jähriger hat nach Überzeugung des Landgerichts Frankfurt seinen Vater mit einem Beil erschlagen. Der Angeklagte wurde heute zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Das Gericht ging von Totschlag aus. Die blutige Auseinandersetzung zwischen dem Sohn und dem 76 Jahre alten Vater hatte sich der Kammer zufolge im August vergangenen Jahres in den gemeinsam bewohnten Wohnung in Frankfurt-Ginnheim ereignet. Der Sohn verbrachte drei Tage mit der Leiche des Vaters in der Wohnung. Danach wurde er von Rettungssanitätern angetroffen, die von besorgten Wohnungsnachbarn wegen starkem Leichengeruch alarmiert worden waren.

Weil der Angeklagte schon längere Zeit Alkoholprobleme hat, zum Tatzeitpunkt stark betrunken war und unter Drogeneinfluss stand, ging die Schwurgerichtskammer von einer erheblich verminderten Schuld- und Steuerungsfähigkeit aus. Der Angeklagte hatte bereits bei den Sanitätern und auch im Prozess die Verantwortung für den Tod des Vaters übernommen - präzise Erinnerungen an die Tat und den vorausgegangenen Streit habe er jedoch nicht. Im Strafmaß blieb das Gericht hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft von neun Jahren zurück. Dafür aber ordnete die Strafkammer nach einem Jahr in Haft die Unterbringung des Mannes in einer Therapieeinrichtung an. (dpa)

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