Zeit wird knapp

Rennbahn-Streit hält Richter weiter in Atem

Frankfurt - Langsam wird die Zeit knapp. Denn das Rennbahn-Gelände soll zum 1. Januar 2017 an den Deutschen Fußball-Bund übergeben werden. Der DFB will dort sein Leistungszentrum errichten.

Der Streit um die Nutzung des Frankfurter Galopprennbahn-Geländes hält gleich mehrere Richter des Landgerichts Frankfurt in Atem. Während die Entscheidungen über zwei Klagen des Frankfurter Rennklubs gegen die Kündigung entsprechender Nutzungsverträge wegen offener Zuständigkeitsfragen und eines Befangenheitsantrags kurz vor den geplanten Urteilsverkündungen erst einmal wieder auf Eis gelegt wurden, will eine weitere Zivilkammer am Donnerstag (8. September) in einem der Nebenkriegsschauplätze entscheiden: Es geht um Auskünfte eines früheren Geschäftsführers der Betreibergesellschaft, die der Rennklub einklagen will.

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In einem der zahlreichen Prozesse gelang es dem Landgericht zwischenzeitlich sogar, ein Urteil zu verkünden. Die Zahlungsklage des Rennklubs gegen die Betreibergesellschaft auf Überweisung von insgesamt 200.000 Euro wurde Mitte August zurückgewiesen. Das Gericht erachtete die vorzeitige Beendigung des ursprünglich bis 2024 laufenden Nutzungsvertrag zwischen der Gesellschaft und dem Klub als rechtmäßig. Der Vertrag habe eine gültige Halbjahresklausel zur Kündigung enthalten, an der es nicht zu zweifeln gelte, erklärte der Richter, der damit fast ein Urteil in einer der noch ausstehenden Verfahren vorwegnahm.

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Mittlerweile liegt dem Gericht noch ein weiteres Verfahren rund um die traditionsreiche Rennbahn im Stadtteil Niederrad vor. Diesmal ist der Energieversorger Mainova mit von der Partie. In der von dem Unternehmen erhobenen Zahlungsklage geht es um Stromlieferungen im Zeitraum zwischen August und Dezember vergangenen Jahres sowie um den Abbau von entsprechenden Zählergeräten. Über den Umfang der Forderungen oder mögliche Verhandlungstermine konnte das Gericht allerdings noch keine Angaben machen. Vertreter der Stadt hatten in einer der vielen Gerichtsverhandlungen bereits gemutmaßt, um was es dem Rennklub mit den vielen Klagen in Wirklichkeit gehe: Man spiele quasi auf Zeit, um die für den 1. Januar 2017 geplante Übergabe des Geländes an den Deutschen Fußballbund zu vereiteln. Für einen solchen Fall riskiert die Kommune, die dem DFB das Gelände per Erbpacht überlassen hat, eine Vertragsstrafe. (dpa)

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