Dynamische Entwicklung hält an

Der Großraum Rhein-Main wächst und wächst

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Die Region wird immer attraktiver, die Anziehungskraft für Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet ist ungebrochen: Mehr als 725.000 Menschen sind inzwischen in Frankfurt gemeldet. In den Nachbarstädten Offenbach und Hanau ist die Entwicklung ähnlich.

Offenbach/Hanau - Die großen Städte in Hessen wachsen über ihre Grenzen hinaus: Immer mehr Menschen wollen vor allem im Rhein-Main-Gebiet leben, weil sie dort Bildung und Arbeit finden. Eine Prognos-Studie bestätigt jetzt die anhaltende Attraktivität der Region.

Immer noch ist kein Ende des Bevölkerungswachstums abzusehen, weder in Frankfurt noch im restlichen Rhein-Main-Gebiet. Städtische Statistiker sind zuletzt davon ausgegangen, dass Frankfurt um mehr als 15. 000 Einwohner im Jahr wächst. Das bedeutet, es gibt jeden Tag 42 neue Frankfurter. Nach neuen Angaben des Statistischen Landesamts liegt das Bevölkerungsplus in Frankfurt seit Ende 2011 bei 7,1 Prozent. In Offenbach ist die Einwohnerzahl von knapp 116.000 auf knapp 122.000 gestiegen, in Hanau von etwas mehr als 88.000 auf mehr als 91.000. Eine Untersuchung des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main bestätigte bereits den Trend: Demnach wird die Bevölkerung im Ballungsraum bis zum Jahr 2030 um knapp neun Prozent auf 2,44 Millionen Menschen wachsen.

Dass die Region so schnell wächst wie nur wenige andere in Deutschland, bestätigt jetzt auch eine aktuelle Prognos-Studie. „Was wir beobachten können, ist, dass tendenziell die größeren und wirtschaftsstärkeren Städte eine dynamische Entwicklung haben“, sagte Tobias Koch, Projektleiter beim Forschungsinstitut. Nach seinen Angaben wird Rhein-Main grundsätzlich neben München, Stuttgart und Hamburg langfristig zu den Boom-Regionen gehören. Koch: „Trotz Spuren der Finanzkrise kann Frankfurt durchaus gestärkt aus der Entwicklung des Finanzbereichs hervorgehen. Dies zeigen die Erweiterungen der Europäischen Zentralbank – und mögliche Verlagerungen von London nach Frankfurt können dem Bankenstandort zusätzliche Akzente geben.“ Ein Bevölkerungsplus haben nach seinen Angaben aber auch kleinere Kommunen mit urbanen Strukturen und guten Verkehrsanbindungen insbesondere an die Bahn. So verzeichnet beispielsweise Gießen seit einigen Jahren steigende Einwohnerzahlen.

Eindrucksvolle Bilder der Frankfurter Skyline

Hinein in die Städte – das sieht der Geschäftsführende Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-Christian Schelzke, auch mit Sorge: „Ich halte das für eine problematische Entwicklung.“ Und zwar sowohl für die Städte als auch für den ländlichen Raum, so Schelzke. Die Kommunen auf dem Land würden ausgedünnt und die Städte müssten den Bevölkerungszuwachs erst einmal verkraften. Mehr Kitas seien nötig, Wohnungen und andere Einrichtungen der Infrastruktur. Besser wäre es, wenn sich die Bevölkerung verteile, auch aufs Land. Das sei zudem eine Chance, um Flüchtlinge zu integrieren. „Es müsste eine Allianz geben von Stadt und Land“, sagte Schelzke. „Sie brauchen sich gegenseitig.“

Der Geschäftsführende Direktor des Hessischen Städtetags, Stephan Gieseler, sagte dazu: „Es gibt keine einzige Stadt, die über Wachstum unglücklich wäre.“ Auch wenn es natürlich eine Herausforderung sei, genügend Kindertagesstätten oder bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Eine Patentlösung für alle gebe es nicht: „Jede Kommune muss für sich Wege finden, wie sie ihr Wachstum organisiert.“ (psh/dpa)

Leserbilder: Sehenswerte Eindrücke des Hafens

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