Frankfurt nervös bei Multifunktionshalle

Suche nach Alternativen zum Kaiserlei

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Frankfurt/Offenbach - Während in Offenbach die neue Koalition von CDU, Grünen, Freien Wählern und FDP mit Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) um eine finale Haltung zu einer Multifunktionshalle am Kaiserlei ringt, sucht Nachbar Frankfurt bereits nach Alternativstandorten. Von Michael Eschenauer 

Sie würden für das auf 130 bis 150 Millionen Euro taxierte Projekt zur Verfügung stehen, falls Offenbach am Ende den Bau einer Multifunktionshalle am Kaiserlei blockiert. „Ich habe rein gar nichts gegen den Standort Kaiserlei, aber ich stehe in der Verpflichtung gegenüber den interessierten Investoren“, sage gestern der Leiter des Frankfurter Liegenschaftsamtes, Alfred Gangel. Beim Investorenwettbewerb für die Halle, aus dem Anfang des Jahres zwei Konzerne als Zwischensieger hervorgingen, sei der Kaiserlei zwar erwähnt worden, der endgültige Standort aber offen geblieben. Bei den Interessenten, die nun in der engeren Wahl liegen, handelt es sich um die Anschutz Entertainment Group und die französische Groupe Lagardére. Gangel sucht nun Ausweichstandorte im gesamten Frankfurter Stadtgebiet. Bis Ende des Jahres möchte er konkrete Adressen vorlegen. Wichtig sei, dass die Areale schon jetzt im Besitz der Stadt Frankfurt seien. Ein Standort mit benachbarten Wohngebieten scheide aus. Es sei gerade die Ballung der Entscheidungsbefugnisse auf Offenbacher Seite, die ihn zur Suche nach Alternativen bewogen habe, so Gangel. Sowohl der Besitz der Flächen als auch das Planungsrecht lägen bei Offenbach, Frankfurt bleibe komplett außen vor. Gleichzeitig müsse er zur Kenntnis nehmen, dass es neuerdings auf Offenbacher Seite große Widerstände gegen das Hallenprojekt gebe. „Da ist es wichtig, noch ein Eisen im Feuer zu haben.“

Verkehrschaos am Kaiserlei

Aus den Stellungnahmen Gangels sowie des Sprechers der Stadt Offenbach, Fabian El Cheikh, geht hervor, dass ein Abrücken Frankfurts vom Standort Kaiserlei keinen Einfluss auf den Deal der beiden Städte hätte, wonach Frankfurt rund acht Millionen Euro für den Umbau des Kaiserleikreisels beisteuert und dafür 7000 Quadratmeter Fläche aus dem Besitz Offenbachs in Kreiselnähe erhält. Hinzu kämen 20 000 Quadratmeter (abzüglich Infrastruktur) falls die Halle tatsächlich gebaut wird. Das Geld sei längst geflossen, hieß es. Unterdessen erklärte Frankfurts Sportdezernent Markus Frank (CDU), er wolle am Standort Kaiserlei festhalten und führe diesbezüglich Gespräche mit den Offenbacher Koalitionären.

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