Endlich auf der großen Bühne

„Voice of Germany“ machen Station in Frankfurt

Geballte Frauenpower: Denise Beiler, Tiffany Kemp, Jamie-Lee Kriewitz, Mary Summer und Isabel ment (v.l.) J  Fotos: Simon Rothschild
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Geballte Frauenpower: Denise Beiler, Tiffany Kemp, Jamie-Lee Kriewitz, Mary Summer und Isabel Ment (v.l.)

Festhalle - Geballte Frauenpower, Gänsehaut, eine kräftige Brise HipHop und begeisterte Fans: Die acht (Halb-)Finalisten der Casting-Show „The Voice of Germany“ machen auf ihrer Live-Tour Station in der Festhalle Frankfurt. Von Peter H. Müller

Nach den aufreibenden Wochen mit diversen „Battles“ und stets gestrengen Juroren ist es eine echte Party-Sause für die „Talents“, die zur Erhöhung der Männerquote auch noch Wildcard-Gewinner Michael Bauerreiss und den aus der vierten Staffel bekannten Alex Hartung geladen haben. Am Ende gibt´s stehenden Applaus für die bunt gemischte Zweistunden-Performance. „The same procedure as last year“, könnte man in Anlehnung an ein nicht ganz unbekanntes TV-Silvester-Ritual feststellen. Denn nach dem Fernseh-Casting der fünften Staffel wartet auch heuer wieder der Bühnen-Marathon: 14 deutsche Städte in gerade mal zwei Wochen - so lautet das seit drei Saisons obligatorische Programm für jene Finalkandidaten, die dem Privatsender ProSieben auch in 2015 erklecklich gute Quoten beschert haben.

Nur ist die „Live on Tour“-Karawane nach dem ganzen Zittern, Bangen und Wettbewerbs-Stress natürlich eher eine Belohnung - schließlich sind die Mädels und Jungs jetzt in „Lila Wolken“ und endlich da, wo sie immer hin wollten: auf der großen Bühne. Ohne kritische Coaches. Ohne akuten Konkurrenzdruck. Und was die erst 17-jährige Siegerin Jamie-Lee Kriewitz („Ghost“) mit ihren Kolleginnen Isabel Ment, Dimi Rompos, Denise Beiler, Mary Summer, Tiffany Kemp sowie den Quoten-Männern Ayke Witt und Tobias Vorwerk da abfeiern, kann sich durchaus sehen/hören lassen.

Jamie-Lee Kriewitz, Gewinnerin der fünften Staffel von „Voice of Germany“, eröffnete den Abend in der Festhalle.

Die Zutaten: Eine Live-Band, ziemlich viel „The Voice“-Folklore aus der Videokonserve und jede Menge Hits - solo, im Duett, Trio, Quartett oder gleich mit der gesamten Belegschaft, die von HipHop-Gast Alex Hartung auch noch durch Rap-Einlagen der Eminem-Marke „Loose Yourself“ unterstützt wird. Mittendrin, meist mit schrägen „Manga“-Outfits und „The Voice“-Flauscheohren geschmückt: Fräuleinwunder Jamie-Lee. Sie sieht ein bisschen aus wie die Japangirly-Version von Björk, hat aber eine klasse Stimme, für die sich in den „Blind Auditions“ gleich alle Juroren-Sessel gedreht hatten.

Sie darf auch den Festhallen-Abend mit Adeles „Hello“ und dem Clean Bandit/Jess Glynne-Hit „Real love“ eröffnen, bevor unter anderem die Dietzenbacherin Isabel Ment ein wunderbares „Hero“ von Family of the Year im klassischen Singer/Songwriter-Gewand hinlegt. Überhaupt muss man konstatieren: Die Besten der fünften Staffel sind zweifelsfrei auf einem höheren Niveau als die Vorjahrs-Finalisten. Pfundigster Beweis: Tiffany Kemp, mit 37 die „alte Dame“ der Krabbelgruppe, aber mit einer veritablen Powerstimme gesegnet. Ihre Songs, egal ob Sam Smiths Bond-Hymne „Writings on the Wall“ oder „Have you ever been in Love“ - jedes Mal großes Gefühlskino.

Bilder: Isabel Ment bei „The Voice of Germany“

Der Hingucker des Abends: Soulprinzessin Mary Summer, die nicht nur im Ensemble der Jungen Oper Stuttgart zugange war und jedem anspruchsvollen Musicals gut zu Gesicht stehen würde, die 25-Jährige hat auch ein Sozialpädagogik-Studium hinter sich und engagiert sich in ihrem Projekt „Music for Life“ für Kinder und Jugendliche. Apropos hehre Botschaft: Am Ende machen sich unsere „Talents“ noch einmal gemeinsam für den Frieden und die Gleichheit aller Menschen stark - mit Lennons „Imagine“. Danach genießen die Ovationen.

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