Brigitte Rohde tritt ihr Amt als evangelische Pfarrerin in Hainburg an

Wie die Leitung eines Orchesters

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Dekan Carsten Tag (links) hat Brigitte Rohde (Zweite von links) als neue evangelische Pfarrerin in Hainburg vorgestellt. Auch Kollegin Kathrin Brozio und Wolfgang Barth, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, hießen sie willkommen.

Hainburg - Wie ein Dirigent den Takt angeben, alle Stimmen hören und für einen harmonischen Gesamtklang sorgen muss – so versteht Brigitte Rohde ihre neue Rolle als Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Hainburg.

Als Dekan Carsten Tag die 60-Jährige am Sonntag in der Klein-Krotzenburger Gustav-Adolf-Kirche in ihr Amt einführte, applaudierten über 100 Gläubige. Kathrin Brozio ist froh, wieder eine Kollegin an der Seite zu haben. Selbst seit 2013 Pfarrerin in Hainburg, war sie seit dem Abschied von Frauke Wagner vor rund einem Jahr allein für die Seelsorge in der rund 2400 Mitglieder starken Gemeinde verantwortlich. Für deren Unterstützung während der Vakanz dankten Brozio und der Dekan im Festgottesdienst den Pfarrer-Kollegen aus der Nachbargemeinde Seligenstadt und Mainhausen.

Bislang im Dekanat Hanau tätig, ist Brigitte Rohde nicht nur mit „dem Menschenschlag“ in der Region vertraut. Als ehemalige Krankenhaus-Seelsorgerin am städtischen Klinikum, Gemeindepfarrerin in Rodenbach, langjährige Konfirmandenbetreuerin und Religionslehrerin im Hanauer Kirchenkreis bringt sie auch breit gefächerte Erfahrung mit. Zuletzt wirkte sie als Seelsorgerin in der Martin-Luther- und Alt-Hanauer-Hospital-Stiftung, in der Nachbarstadt eine wichtige Trägerin der Altenhilfe und mehrerer Pflege-Einrichtungen. Der Schritt nach Hainburg bedeutet für sie trotz der geringen Entfernung einen Wechsel des Arbeitgebers: Während Hanau und auch ihr bisheriger Wohnort Großkrotzenburg zur Landeskirche Kurhessen-Waldeck gehören, ist das Dekanat Rodgau mit den Ostkreis-Kommunen Teil der evangelischen Kirche von Hessen und Nassau.

Die Hainburger Kirchengemeinde mit dem Klein-Krotzenburger Gotteshaus, dem Gemeindezentrum in Hainstadt und der Kindertagesstätte Am Kiefernhain hat Brigitte Rhode in den ersten Wochen nach eigenen Worten als lebendige und engagierte Gemeinschaft erlebt: „Alle Gruppen und Ausschüsse sind in einem ständigen Beratungsprozess.“ Mit dem Posaunenchor und dem Flötenensemble, die gemeinsam mit Organistin Doris Jerulank den Festgottesdienst umrahmten, passe die neue Umgebung auch zu ihrer persönlichen Leidenschaft: Wenn die Pflichten ihr die Zeit dazu lassen, besucht sie mit ihrem Mann am liebsten Konzerte.

Kommunion und Konfirmation: Bilder aus der Region

So fügte es sich aus Sicht von Dekan Carsten Tag trefflich, dass Brigitte Rohde ihr neues Amt am Sonntag Kantate, dem Musik-Sonntag im Kirchenjahr, antrat. In ihrer Predigt zog die Pfarrerin Parallelen zwischen der Kirchengemeinde und einem Orchester: Wie ein guter Leiter am Dirigentenpult, der jedem Register Raum zur Entfaltung gewähre, müsse ein Pfarrer „das Zusammenspiel anleiten, im Takt bleiben und Einsätze geben“. Jede Gruppe und jeder Einzelne solle „seine Fähigkeiten in Übereinstimmung mit dem Glauben einsetzen“ – aber: „Wie viele Solisten verträgt ein Team?“.

In Teamarbeit habe sich Rohde während ihrer rund 30 Jahren im Hanauer Dekanat stets ausgezeichnet, lobte Dekan Tag, der die Pfarrerin bei einem Empfang nach dem Gottesdienst gemeinsam mit Wolfgang Barth, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, auch persönlich willkommen hieß. Grüße entboten unter anderem Erster Beigeordneter Alexander Böhn namens der Gemeinde Hainburg, Dieter Distel (ÖVV) und Winfried Gärtner (Kulturausschuss) für die Vereine, Pfarrer Martin Franke aus der Nachbarschaft und Andreas Enkelmann als Hauspastor des Simeonstifts. Auf eine engagierte Mitstreiterin für die Ökumene hofft nach eigenen Worten Thomas Weiß, Pfarrer der katholischen Gemeinde Sankt Nikolaus Klein-Krotzenburg: „Lassen Sie uns miteinander auf den gemeinsamen Herrn schauen“.

rdk

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