Begleiterscheinung eines Bürgermeisterwahlkampfes

Geklaute Plakate und Terminstreit 

Hainburg - Begleiterscheinung eines Bürgermeisterwahlkampfes, die nachdenklich stimmen. In der Nacht zum Donnerstag und in der Nacht zum Freitag rissen Unbekannte Großbanner des Hainburger Bürgermeisterkandidaten Cliff Hollmann (Grüne) herunter (Bahngelände) oder klauten sie gleich ganz (Offenbacher Landstraße). Weitere Plakate am Kirchplatz wurden beschädigt oder gestohlen.

Die Täter wurden beobachtet, konnten aber nicht identifiziert werden. Auch Bürgermeisterkandidat Andreas Grosser (parteilos) wurde nicht verschonen. Bislang Unbekannte entwendeten Plakatständer am Kirchplatz. Unterdessen reagiert Hainburgs Bürgermeister Bernhard Bessel (CDU) in seiner Funktion als Ordnungsamtsdezernent auf die Kritik des Bürgermeisterkandidaten Andreas Grosser (parteilos) an der „Frühplakatierung“ der CDU, die daraufhin vom Ordnungsamt eine Ermahnung erhielt (wir berichteten). Nicht nur die CDU, sondern „auch die beiden anderen Kandidaten haben gegen gültige und zu beachtende Regeln verstoßen.“ So habe Hollmann schon zweieinhalb Wochen vor dem eigentlichen Plakatierungszeitraum seine ersten Großflächenplakate aufgehängt. Und „Beschwerdeführer“ Grosser habe seine Plakate ohne Plakatierungsgenehmigung aufgestellt. Auch dieses Verhalten müsse dann öffentlich gerügt werden, „allerdings haben wir das in unserem Ordnungsamt nicht an die große Glocke gehängt“.

Von Durchgefallen bis Gut: Noten für Wahlplakate

Weit kritikwürdiger, so Bürgermeister Bernhard Bessel weiter, sei, dass sich Cliff Hollmann auf seinen Plakaten und Werbemitteln nicht nur als „überparteilich“ ausgebe, sondern sich sogar als „Bürgermeister“ bezeichne. Das erwecke bei Wählern den Eindruck, er sei Bürgermeister, obwohl er sich als Kandidat für eine Bürgermeisterwahl bewerbe. „Das ist aus meiner Sicht nicht nur nicht in Ordnung, sondern sogar Wählertäuschung“, sagt Bessel. Nicht einmal ein im Amt befindlicher Bürgermeister dürfe in einem Bürgermeisterwahlkampf mit seiner Amtsbezeichnung „Bürgermeister“ werben, weil dies den Grundsatz der Chancengleichheit verletze. mho

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