Debatte um Integration in den Arbeitsmarkt

Flüchtlinge im Bauhof anstellen?

Hainburg - Um anerkannte Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren, halten die Grünen in Hainburg Beschäftigungsmöglichkeiten im gemeindlichen Bauhof für sinnvoll. Von Katrin Stassig

Ein schwieriges Unterfangen und so nicht umzusetzen, lautet die Antwort von Bürgermeister Bernhard Bessel. Auch die CDU hält den Grünen-Vorschlag für den falschen Weg. Die Hainburger Grünen hatten zum Thema Arbeitsplätze für Flüchtlinge eine Anfrage an den Gemeindevorstand gerichtet. „Die beste Voraussetzung einer Integration für erwachsene Flüchtlinge ist Beschäftigung und Arbeit am Wohnort“, hatte Fraktionssprecher Thorwald Ritter den Vorstoß begründet. „Wir wollen erreichen, dass zum Beispiel im Bauhof Flüchtlinge mit Aufenthaltsstatus eine Beschäftigungsmöglichkeit erhalten.“ Die Grünen wollten wissen, ob es die Möglichkeit gebe, Flüchtlinge mit Aufenthaltsstatus beispielsweise auf unbesetzten Planstellen, als Praktikanten oder in zeitlich befristeten Arbeitsgelegenheiten zu beschäftigen.

Schwierig, so lautete die Antwort von Bürgermeister Bernhard Bessel (CDU) an die Gemeindevertreter. Das Thema werde auch auf Kreisebene immer wieder angesprochen. Bessel deutete an, dass es zumindest bei Praktikantenstellen künftig einfacher werden könnte, Flüchtlinge zu beschäftigen. Grundsätzlich müsse aber eine freie Stelle ausgeschrieben werden und könne nicht einfach an einen Asylbewerber vergeben werden. Größtes Problem seien die Sprachbarrieren. Bessel führte außerdem an, dass von den etwa 240 Flüchtlingen in Hainburg überhaupt nur eine sehr kleine Zahl, weniger als fünf Prozent, einen Status hätten.

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Die Christdemokraten halten das Ansinnen der Grünen, Flüchtlingen auch ohne Qualifikation einen Arbeitsplatz beim Bauhof zu geben, für falsch. Das schreibt die CDU im Nachgang der Gemeindevertretersitzung in einer Pressemitteilung. Fraktionschef Jürgen Harrer meint, die Grünen erweisen damit der Integration von Flüchtlingen einen Bärendienst. „Auch uns Christdemokraten ist die Integration von Flüchtlingen sehr wichtig. Zuallererst müssen Flüchtlinge aber so qualifiziert werden, dass sie den Anforderungen für einen Arbeitsplatz gerecht werden. Dazu gehört, dass sie die deutsche Sprache erlernen und eine Grundqualifikation für einen Arbeitsplatz nachweisen können.“

Die CDU lehnt es auch ab, in der Gemeindeverwaltung zusätzliche Stellen exklusiv für Flüchtlinge zu schaffen. „Wenn es zusätzliche oder freie Stellen geben sollte, dann kann sich jeder, der sich für qualifiziert hält, darauf bewerben. Es gibt nach wie vor deutsche und ausländische Mitbürger, die monate- oder jahrelang nach einem Job suchen. Wie erklären die Grünen diesen Menschen, dass es in Hainburg nur Jobs für Flüchtlinge geben soll. Hier geht es auch um Gerechtigkeit.“ Die Gemeinde könne es sich nicht leisten unqualifizierte Bewerber einzustellen. „Hier geht es zum Beispiel auch um grundsätzliche Dinge wie die Einweisung an Geräten.“

Fluchterfahrungen von Prominenten und Künstlern

Zielführender sei es vielmehr, Flüchtlinge so zu qualifizieren, dass sie die Voraussetzungen für eine Ausbildung oder einen Beruf mitbringen. Dies sei zuerst die Sprachkompetenz sowie die zum Beruf passenden Fähigkeiten. „Wenn dies geschafft ist, können sich Flüchtlinge, die anerkannt sind, bewerben – auch auf freie Stellen beim Bauhof.“

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