Anbindung in der Kritik

Diskussionen über Reihenhaus-Neubau und Zufahrt zum Gewerbegebiet

Hainstadt -  Der Bebauungsplan für 20 neue Reihenhäuser an der Carl-Ulrich-Straße in Hainstadt hat in der Ausschusssitzung für Diskussionen gesorgt. Hauptkritikpunkt ist die geplante Zufahrt zum angrenzenden Gewerbegebiet über eine Stichstraße. Von Katrin Stassig

Nach langem Hin und Her einigten sich die Fraktionen darauf, dass sie dazu einen Alternativvorschlag der Planer sehen möchten. Die Gemeindevertretung hatte vor zwei Wochen den Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 5a „Südöstlich der Carl-Ulrich-Straße“ verabschiedet. Eine „Willensbekundung“, wie Erster Beigeordneter Alexander Böhn (CDU) im Ausschuss voranschickte. Die Firma Trimborn und Best aus Obertshausen plant dort, wie berichtet, den Neubau von 20 Reihenhäusern. In der gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Finanz- sowie Bauausschuss stellten Vertreter des Unternehmens und des Planungsbüros jetzt die Entwürfe und den Bebauungsplan vor.

Der dort gültige Plan Nummer 5 stammt aus dem Jahr 1969 und sieht Gewerbegebiet vor. Er soll auf der betreffenden Fläche von 3609 Quadratmetern ersetzt werden, dort soll Allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden. Ein Eingriff in das bestehende Straßennetz ist nicht erforderlich, die Erschließung erfolgt über zwei Stichstraßen und einen Stichweg, die von der Carl-Ulrich-Straße aus zwischen den Häusern entlang führen. Über eine dieser Stichstraßen soll auch die Anbindung des benachbarten Gewerbebetriebes – die Firma Johann Kaiser – erfolgen. Ein Punkt, der bei den Gemeindevertretern eine längere Diskussion auslöste.

Thorwald Ritter (Grüne) bemängelte, den zukünftigen Anwohnern sei der Anlieferungsverkehr nicht zuzumuten, ein größerer Abstand zwischen Stichstraße und Wohnhäusern sei sinnvoll. Der Einwand, dass lediglich kleinere Lkw die Firma anfahren, und auch das nur sehr sporadisch, genügte ihm nicht. Die Diskussion schnitt unter anderem die Zukunft des Gewerbegebietes an dieser Stelle an. Die Umwandlung dieser Teilfläche in Wohngebiet sei vermutlich nur der erste Schritt, so der Tenor. Bereits jetzt bestehen Konflikte mit der bestehenden Wohnbebauung, gaben Hermann Wolfertz (BFH) und Jürgen Harrer (CDU) zu bedenken.

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Die Frage der Anbindung wollten die Kritiker dennoch nicht fallen lassen. „Ich habe nichts gegen die Wohnbebauung dort, nur die Anbindung macht mir Sorgen“, brachte es Volker Giese (BFH) auf den Punkt. „Ich plädiere für eine ordentliche Zufahrt.“ Das könne die Gemeinde doch verlangen. Die Grünen formulierten einen Änderungsantrag, dem sich nach einer internen Beratung auch die CDU-Fraktion anschloss. Die Planer sollen damit beauftragt werden, eine alternative Planung für die Erschließung des Gewerbegebietes vorzulegen. Das Votum im Ausschuss war einstimmig.

Nicht aufgenommen wurde die Anregung der Grünen, mit einer Garagenfront an der Hauptstraße den Lärmschutz für die erste Häuserreihe zu verbessern. Neben Zweifeln an der Effektivität hielt die Mehrzahl der Ausschussmitglieder dies aus städtebaulicher Sicht für nicht vertretbar. Die Bauherren planen stattdessen passive Maßnahmen zum Schallschutz an den Gebäuden selbst. ‘ Angemerkt

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