Plan für Gewerbegebiet Hainstadt nötig?

Kritik an „verspäteter“ Diskussion

Hainburg - Die Gewerbegebiete in Hainburg waren in dieser Woche Thema in der Ausschusssitzung der Gemeindevertreter. Hintergrund war ein Projekt des Regionalverbandes Frankfurt-Rhein-Main zur „Innenentwicklung von Gewerbegebieten“. Von Katrin Stassig

Die Finanzierung erfolgte zu 50 Prozent aus der heimischen Wirtschaftförderung und zu 50 Prozent durch einen Zuschuss des Regionalverbandes. Im Zuge des Projekts gab es Bestandsaufnahmen, Fragebögen und Gespräche mit Gewerbetreibenden und Anwohnern. Untersucht wurden das Gewerbegebiet an der Offenbacher Landstraße in Hainstadt und das Industriegebiet in Klein-Krotzenburg, das eine Mischnutzung von Wohnen und Gewerbe aufweist, die bei der Planung bewusst so gewollt war.

Die Unterlagen mit Ergebnissen und Handlungsansätzen wurden den Mitgliedern des Bauausschusses bereits im vergangenen Jahr zur Verfügung gestellt. Am Montag nun stand das Thema auf der Tagesordnung. An diesem Zeitrahmen entzündete sich zum wiederholten Male die Kritik aus der Opposition. „Das Ergebnis liegt seit zweieinhalb Jahren vor“, stellte Cliff Hollmann (Grüne) fest. Aber erst jetzt werde darüber diskutiert.

Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, haben sich in der Zwischenzeit die Gegebenheiten im Gewerbegebiet an der Offenbacher Landstraße in Hainstadt grundlegend geändert. Die Flächen der Winter-Gruppe, die in den Unterlagen des Regionalverbandes als Industriebrache ausgewiesen sind, haben alle neue Besitzer gefunden. Die Grünen fürchten trotzdem, dass dort Freiflächen bleiben werden – Fraktionssprecher Thorwald Ritter nannte zum Beispiel im Privatbesitz befindliche Maisäcker. Solange es dort keinen gültigen Bebauungsplan gebe, könne die Entwicklung nicht zu einem zufriedenstellenden Abschluss gebracht werden.

Bürgermeister Bernhard Bessel (CDU) lehnte es ab, den Menschen dort einen Bebauungsplan überzustülpen. Erster Beigeordneter Alexander Böhn (CDU) wandte außerdem ein, dass ein Bebauungsplan mit entsprechenden Vorgaben bei der aktuellen Entwicklung des Geländes „nur Probleme bereitet“ und Geld gekostet hätte.

Kritik und Skepsis bezüglich der Investorenpläne aus den Reihen der Opposition konnte Bessel nicht nachvollziehen. „Wir waren uns einig, dass wir dort Produktionsarbeitsplätze wollen, und die haben wir jetzt“, sagte er mit Blick auf die geplanten Hallen am ehemaligen Winter-Standort. Es habe auch Interessenten gegeben, die dort ein Logistikzentrum, ein Märktezentrum oder Wohnbebauung errichten wollten. Das habe die Gemeinde aber abgelehnt.

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