Rundum gelungenes Fest in Klein-Krotzenburg

Tausende Besucher feiern Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr

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Kaum noch Plätze frei: Mindestens 3000 Gäste, so schätzt die Feuerwehr, haben am Samstag das Jubiläumsfest in Klein-Krotzenburg besucht.

Klein-Krotzenburg - Groß genug für kreisweite Ausbildungslehrgänge war er immer, auch als Massenparkplatz hat er sich bewährt. Am Samstag wäre der gepflasterte Hof hinter dem Klein-Krotzenburger Feuerwehrhaus fast zu klein geworden: Das Jubiläumsfest zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr feierten mindestens 3000 Gäste mit.

Allein die 1500 Sitzplätze wurden nach den Beobachtungen von Pressesprecher Dirk Fischer zweimal voll, später am Abend drängte sich das Publikum dann stehend. Werner Merget, als Hainburger Gemeindebrandinspektor auch Vorsitzender des rund 350 Mitglieder starken Klein-Krotzenburger Feuerwehrvereins, hatte allen Grund, zufrieden zu sein. Schon zur Festeröffnung am Nachmittag hatten die rund 80 eingesetzten Helfer hinter den Küchentresen, in der Grillküche und an den Zapfhähnen in den Akkord-Modus geschaltet. Bis in den späten Abend hinein verschwanden die Menschenschlangen vor der Essensausgabe nie ganz.

Begrüßten Merget und Hainburgs Erster Beigeordneter Alexander Böhn in ihren Ansprachen neben lokaler Prominenz und Delegationen benachbarter Feuerwehren vorwiegend heimisches Publikum, standen bei der kurz und entspannt gehaltenen Eröffnungszeremonie weit gereiste Freunde im Mittelpunkt: 24 Feuerwehrleute aus Kleinhöflein, Ortsteil der Klein-Krotzenburger Partnergemeinde Retz in Niederösterreich, erlebten die Auszeichnung ihres Ehrenhauptbrandinspektors Edwin Neubauer mit. Merget überreichte dem Kameraden aus dem Alpenland die Medaille des Deutschen Feuerwehrverbandes für internationale Zusammenarbeit.

Edwin Neubauer (Mitte), ehemals Kommandant der Partnerfeuerwehr in Retz, nahm von Werner Merget (Zweiter von links) eine Auszeichnung des Deutschen Feuerwehrverbandes für internationale Zusammenarbeit entgegen. Auch Nachfolger Robert Lehr (links), Erster Beigeordneter Alexander Böhn und Klein-Krotzenburgs Wehrführer Harald Schwab (rechts) gratulierten.  

Neubauer sei als langjähriger Kommandant stets ein Garant der seit 35 Jahren bestehenden Partnerschaft gewesen, betonte der Hainburger Feuerwehrchef. Gemeinsamen hätten beide sogar eine „historische Änderung des Feuerwehrwesens in Niederösterreich“ initiiert, verriet Merget am Rande: Beim 100-jährigen Jubiläum vor 25 Jahren habe Neubauer in Klein-Krotzenburg erstmals Frauen im Feuerwehrdienst gesehen. „In Niederösterreich war das damals noch undenkbar.“ Aus Hainburg tatkräftig unterstützt, habe der Kleinhöfleiner Kommandant daheim drei Jahre lang gekämpft und letztlich die Reform durchgesetzt. Über die weiblichen Kameraden, derzeit 13, könne er „nur das Beste“ berichten, versicherte Neubauers Nachfolger Robert Lehr.

Im zweiten Jubiläums-Anlauf nach der akademischen Feier im Februar gönnte die Feuerwehr sich selbst und ihren Gästen einen akustisch prall gefüllten Sommerabend. Zunächst hatten am späten Nachmittag die „Original Hainburger“ von der Musikgesellschaft Eintracht aufgespielt und das Publikum mit zünftiger Blasmusik unterhalten. Ihrem Ruf und den Erwartungen zahlreicher Fans wurde später die Cover-Band „Second Spring“ gerecht: Stimmstark unterstützt von den Lokalmatadoren Gottfried „Geoff“ Frickel und Angela Callan, griffen die fünf Jungs tief in die Oldie-Kiste und fanden Klassiker von den Beatles, den Rolling Stones, den Doobie Brothers, Deep Purple und Led Zeppelin. Auch Huey Lewis, Bruce Springsteen und Pink Floyd kamen zu Ehren. In der Bar klang der lange Abend später mit dem Sound von DJ Nachbär aus.

Fest zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr

Unter Leistungsdruck gerieten am Samstag die bei den jährlichen Feuerwehr-Grillfesten trainierten Schwenksteak-Experten. Neben der beliebten Spezialität, lange vor Ende der Rock-Nacht ausverkauft, gab es im Jubeljahr eine variantenreiche Schnitzelkarte. Auf schmackhafte Angebote dürfen sich die Gäste der Brandschützer auch beim dritten Jubiläumsakt freuen. Für Sonntag, 2. Oktober, ist ein „Tag der Feuerwehr“ rund ums Gerätehaus an der Kirchstraße angesagt. Einsatzfahrzeuge können besichtigt, die Freiwilligen bei Übungen und Einsatz-Demonstrationen beobachtet werden. Vorgesehen ist auch ein Kinderprogramm. (rdk)

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