Andreas Grosser, Vorsitzender des Gewerbevereins, tritt an

Ohne Parteibuch bei Bürgermeisterwahl punkten

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Andreas Grosser geht in Hainburg als parteiloser Kandidat ins Rennen.

Hainburg - Nach Cliff Hollmann von den Grünen und dem Ersten Beigeordneten Alexander Böhn (CDU) hat ein dritter Kandidat seine Bewerbung für das Bürgermeisteramt in Hainburg angekündigt. Von Katrin Stassig

Andreas Grosser, Vorsitzender des Gewerbevereins, geht als Parteiloser bei der Wahl am 11. September dieses Jahres ins Rennen. Seit er die Bewerbungsunterlagen im Wahlamt abgeholt hat, spricht es sich im Ort herum. Und Andreas Grosser, der sein Vorhaben nun öffentlich bekannt gegeben hat, ist es ernst mit der Kandidatur. Er hat sich überlegt, was er in Angriff nehmen will, hat sich Schwerpunkte gesetzt. Der Entschluss reift schon seit längerem in ihm, seit mehr als einem Jahr trägt er sich mit dem Gedanken, sich für die Nachfolge von Bürgermeister Bernhard Bessel (CDU) zu bewerben. Den Ausschlag gab eine Ausschusssitzung der Gemeindevertreter im Februar, der Grosser als Zuschauer beiwohnte. Thema war unter anderem die Ampelschaltung an der Shell-Kreuzung (Kirchstraße/L 3065). Der Bürgermeister teilte damals mit, die Schaltung funktioniere wieder, es gebe keine langen Rückstaus mehr. Zwei Tage später, so erinnert sich Grosser, habe die Autoschlange wieder bis zum Friedhof in Hainstadt gestanden. „Probleme werden als erledigt deklariert, obwohl die Missstände immer noch vorhanden sind“, stellt er fest.

Er hat den Eindruck, „die Bürger stehen nicht mehr im Vordergrund“. Gute Vorschläge von anderen Parteien wische die Mehrheit einfach vom Tisch. Die Art, wie Entscheidungen in den Gremien getroffen werden, der Umgang miteinander, das gefällt ihm nicht. „Die Gemeinde wird verwaltet, nicht gestaltet“, sagt er. Dieses Zitat stamme ursprünglich von Wolfgang Ochmann, er stimme dem uneingeschränkt zu.

Andreas Grosser, Jahrgang 1961, lebt seit 1987 mit seiner Familie in Hainburg, davor wohnte er drei Jahre in Obertshausen. Geboren und aufgewachsen ist er in Offenbach. Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann arbeitete er bei manroland, war dort fast 20 Jahre im Vertrieb tätig. Nach sieben Jahren als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens arbeitet er seit 2008 hauptberuflich für die Deutsche Vermögensberatung. Grosser ist seit 32 Jahren verheiratet und hat drei Kinder. Ein Parteibuch besitzt er nicht. Als parteiloser Anwärter auf das Bürgermeisteramt muss er für seine Bewerbung 74 Unterstützer-Unterschriften sammeln. Für ihn ein Leichtes – als Vorsitzender des Gewerbevereins ist er gut vernetzt. Seit 2011 führt er den Verein, war davor schon drei Jahre lang im Vorstand tätig.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Das Thema Wirtschaftsförderung liegt ihm am Herzen, er wünscht sich mehr Dialog mit den Gewerbetreibenden und auch mit den Bürgern. „Mit einem Etat von 1000 Euro, was wollen Sie da fördern?“, kritisiert er. An diesem Punkt müsse unbedingt etwas geschehen; er würde Marketing und Pressearbeit verbessern. Grosser bezeichnet sich als Mensch, der die offene Kommunikation liebt. Der Bürger habe ein Recht auf Informationen, auch wenn man vielleicht nicht immer alles sagen könne.

Die Entwicklung geht ihm vielerorts zu langsam: Am „Schandfleck“ Offenbacher Landstraße 5 habe sich erst nach langem Stillstand etwas getan, der Standort der Firma Winter liege seit mehr als 20 Jahren brach. Auch Lösungsansätze für die Verkehrsprobleme oder Angebote für Jugendliche (Jugendtreffs, Jugendzentren) vermisst Grosser in Hainburg. Die Erfolge parteiloser Bürgermeister in anderen Kommunen motivieren den Vorsitzenden des Gewerbevereins. Sein Wahlkampfslogan: „Die Zeit ist reif – Frischer Wind für Hainburg“.

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