Steuerungsgruppe „Fairtrade“ Hainburg

Saubere Kleidung im Schrank?

Hainburg - 90 Prozent der in Deutschland verkauften Textilien produzieren Arbeiterinnen und Arbeiter in Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Sie schuften oft unter schlechten Bedingungen und zahlen damit den Preis für unseren Konsum von billiger Kleidung.

Einen fairen Handel mit Textilien – gibt es das überhaupt? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Gesprächsabends, den die Steuerungsgruppe „Hainburg ist Fairtrade-Gemeinde“ am Dienstag, 31. Mai, im evangelischen Gemeindehaus an der Uhlandstraße 1 veranstaltet. Zu Gast ist ab 20 Uhr Textilexperte Berndt Hinzmann von Inkota aus Berlin, einer entwicklungspolitischen Organisation mit kirchlichen Wurzeln. Inkota ist einer der Träger der „Kampagne für saubere Kleidung“. Die Kampagne – ein internationales Netzwerk aus mehr als 300 Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und Verbraucherverbänden – setzt sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der weltweiten Textilindustrie ein. Im Gespräch mit dem Journalisten Tobias Schwab berichtet Hinzmann in Hainburg darüber, was sich seit den verheerenden Unglücken in Textilfabriken getan hat und wie Verbraucher sich beim Kauf von Textilien orientieren können.

Beim Einsturz des Gebäudekomplexes Rana Plaza in Bangladesch waren 2013 mehr als 1120 Menschen zu Tode gekommen. 2012 starben beim Brand der Produktionsstätte von Ali Enterprises in Pakistan über 254 Menschen. Beide Fabriken produzierten auch für deutsche Textildiscounter.

Hinzmann ist ein ausgewiesener Experte für „saubere Kleidung“ und als Vertreter der Zivilgesellschaft Mitglied im Steuerungskreis des Bündnisses für nachhaltige Textilien, das Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ins Leben gerufen hat. In diesem Bündnis haben sich Vertreter von Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Gewerkschaften zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Bedingungen entlang der globalen Lieferketten in der Textilwirtschaft verbessern. Tobias Schwab beschäftigt sich als Journalist vor allem mit entwicklungspolitischen Fragen.

Korrekt gekleidet - Ökologisch und fair shoppen

Hainburg ist seit November 2015 Fairtrade-Gemeinde. Das Zertifikat erhielt die Kommune von der Zertifizierungsstelle Trans Fair in Köln. Voraussetzung war unter anderem, dass eine bestimmte Anzahl von Geschäften sowie gastronomischen Betrieben Produkte des fairen Handels anbieten und möglichst viele Akteure den Fairtrade-Gedanken aufgreifen.

In der Steuerungsgruppe arbeiten Vertreter aus Kirchen, Verwaltung, politischen Fraktionen, Vereine, des Weltladens und der Schulen mit. Zuletzt war die Gruppe am 7. Mai mit einem Fairmobil beim „Tag der Barmherzigkeit“ der katholischen Pfarreien des Dekanats in der Kreuzburghalle vertreten. Für den Hainburger Markt vom 3. bis 5. Juni ist ein Torwandschießen mit fair produzierten Bällen geplant.

mho

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare