Trotz Regenwetter kommen die Besucher

380. Lamboyfest: Nur Wetter feiert nicht mit

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„Tante Trude“ begeisterte am Samstagnachmittag auf der Schlossplatzbühne.  

Hanau - Zu Tausenden kamen am Wochenende die Feierlustigen zum 380. Lamboyfest, mit dem die Hanauer die Befreiung Hanaus von der Belagerung General Lamboys feiern. Allerdings verpasste das Wetter dem Festbetrieb am Sonntag mit heftigen Regenfällen einen Dämpfer. In den Regenpausen wurde indes unerschrocken weitergefeiert. Von Dieter Kögel und Laura Hombach

Der Auftakt des Festes fand am Freitagabend noch bei schönstem Sonnenschein statt, entsprechend zahlreich kam auch das Publikum. Und auch am Samstag ließen sich die Hanauer und ihre vielen auswärtigen Gäste vom bedeckten Himmel das Feiern nicht vermiesen. Sie drehten trotzdem ihre Runden zwischen Schlossplatz, Goldschmiedehaus und den angrenzenden Altstadtgassen und genossen mannigfache kulturelle Darbietungen ebenso wie die kulinarischen Angebote.

So hallen am Samstagnachmittag auf dem Schlossplatz Percussionklänge und Gesänge wieder. „Tante Trude“ hat die Schlossplatzbühne in Beschlag genommen und träumt nicht nur musikalisch zusammen mit dem Publikum den Traum von Afrika. Gegenüber steigen Rauchschwaden in die Luft. Der Grill am türkischen Essensstand wird kräftig angeheizt, während nebenan die Teller mit einer „gemischten Platte“ gefüllt werden und sich die Fleischspieße fürs Kebab vor der Glut drehen. Auch an den Ständen der kurdischen Gemeinde, der alevitischen Gemeinde und der DIDF nehmen die Kunden die Angebote hinter den Glasscheiben zunächst einmal in Augenschein, ehe die Bestellung aufgegeben wird. Kartoffellocken oder Bratwurst mit Pommes gibt es natürlich auch, ein „Food Truck“ steht auch am Schlossplatz.

Dennoch fällt auf, dass das Angebot in diesem Jahr etwas schmaler ausfällt. Auch hinsichtlich des Gauklerfestes, das alljährlich zu den Höhepunkten des Lamboyfestes zählt. Da dominieren die Stelzenläufer als Riesen, als Strauße oder als Giraffen, da wird mal getätschelt, mal gestreichelt, mal werden alte Damen über einige Meter gejagt. Eben das, was seit Jahren – nur in anderen Kostümen – immer wieder geboten wird. Für Abwechslung sorgt „PasParTout“ mit seinem Babyelefanten, er bietet vor der Karl-Rehbein-Schule noch die klassische Straßenshow, clownesk, komisch und ganz nahe am Publikum.

Die Luise-Schröder-Straße, sonst Meile der fliegenden Händler, sie ist in diesem Jahr zur Spielstraße des Spielmobils geworden, stark ausgedünnt die Stände der Händler, und vorwiegend in der Steinstraße platziert. Auf der Bühne dort gibt es nicht nur Musik. Dort treten am Samstag bei noch stabilem Wetter auch die Dichter zum Hanauer Poetry Slam an. Der Seemannschor „Ahoi,“ der eine Straßenecke weiter die Waterkant hochleben lässt, stört da nicht. Hingegen ist entspanntes Shisha Rauchen neben der Marienkirche schwierig, denn auf der Cubana Bühne direkt gegenüber wird lautstark gerappt. Eines der unglaublich breit gefächerten Musikangebote beim Hanauer Lamboyfest, das von elektronischer Musik zum Abtanzen über Rock, Pop, Folk bis hin zu Jazz zum Zuhören nahezu alles bietet. Wie in der Vergangenheit auch.

Und auf die machte die Hanauer Baugesellschaft mit ihrer Ausstellung „Veränderung erleben“ im Souterrain des Goldschmiedehauses aufmerksam. Angefangen mit dem Bau der Blocks in der Französischen Allee, um schnell für möglichst viel bezahlbaren Wohnraum zu sorgen, bis hin zum modernen Dienstleister in Wohnungsmanagment und zukunftsorientierten Bauherren, dessen Bemühungen um ein attraktiveres Gesicht der Altstadt auch am Schlossplatz immer augenfälliger werden.

Bilder zum 380. Lamboyfest in Hanau

Während sich dieses breite Angebot am Samstagnachmittag noch ungetrübt genießen ließ, vertrieben am Samstagabend Regenschauer die ersten Gäste. Aus den Schauern waren bis Sonntagmorgen heftige Regenfälle geworden. Und so herrschte auf dem Festgelände bis nach deren Ende am Nachmittag auch gähnende Leere. Der Auftritt der Paul-Hindemith-Schule und der Freibieranstich mussten abgesagt werden, erklärt Chef Organisator Bernd Michel. Auch der Gesangverein Frohsinn, der am Sonntag die Gäste auf den Straßen hätte unterhalten sollen, hatte vor dem Wetter kapituliert. Der Gottesdienst wurde in die Kirche verlegt. „Nur das Hühnerberg Quintett hat das Wetter nicht gestört. Die haben vor drei Zuhörern gespielt“, schildert Michel. Kaum hatte der Regen aber aufgehört, füllte sich das Festgelände dann wieder in rasanter Geschwindigkeit. Die Hanauer lassen sich ihr Lamboyfest eben nicht verregnen.

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